Affentheater um einen Arzt

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Man kann es kaum glauben: ein Arzt verletzt vorsätzlich ein Gesetz. Und dann behauptet er, dazu irgend wie berechtigt gewesen zu sein. Obwohl die Straßenverkehrsordnung es eindeutig  anders sieht. Ohne Sondereinsatzrechte wie Blaulicht darf ein Arzt auch dann nicht schneller als erlaubt fahren, wenn er meint es gehe um einen Notfall. Denn es geht um die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Das müsste eigentlich auch ein Arzt verstehen. Gesetze gelten für alle Menschen in gleicher Weise. Das ist eine zivilisatorische Errungenschaft, denn das war früher ganz anders. Da gab es Vorrechte für Adel und Kirche. Allgemeine Gesetze, Gesetze die für alle in gleicher Weise gelten, gab es  erst in Folge der Aufklärung und französischen Revolution. Dass er kein Unrechtsbewusstsein hat, beunruhigt mich nicht. Auch der Arzt ist nur ein Mensch, Gleicher unter Gleichen und kein Halbgott in Weiß. Aber was dann folgt, ist bizarr. Er droht damit wegen des ihm drohenden Fahrverbots seine Praxis schließen. Seine Patienten sollen als Geiseln für sein Fehlverhalten genommen werden. Gegen den Bußgeldbescheid will er noch nicht einmal Einspruch einlegen, denn dann müssten sich ja die Mitarbeiter des Amtes auf seine Kosten als Steuerzahler erneut mit dem Vorgang befassen. Der  Sachbearbeiter müsse vielmehr für seinen Fehler bestraft werden.  Wohl gemerkt: Es gibt gar keinen Fehler. Das geltende Recht wird nur angewendet wie bei anderen auch. Der öffentliche Wirbel ruft den zuständigen Oberbürgermeister auf den Plan, der seinen Mitarbeiter zunächst verteidigt. Was passiert danach: Unser  Arzt wird  zum Oberbürgermeister zum Gespräch eingeladen. Sie plaudern 2 Stunden. Am Ende schließt der Arzt seine Praxis dann doch nicht. Man könnte sagen: Ende gut – alles gut. Das Gegenteil ist der Fall. Niemandem wird mit derart wirren Behauptungen und Drohungen gedient . Auch nicht um den Preis einer Arztpraxis.

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