Angst in MUT verwandeln

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Zu meinem Beitrag von letzter Woche habe ich sehr viele Reaktionen bekommen. Vielen Dank für all die Fragen und Anregungen.

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„Wie verwandle ich denn nun Angst in Mut, wie darf ich das konkret machen?“

Diese Frage wurde mir am häufigsten gestellt. „Angst“ ist das lähmendste Gefühl überhaupt, welches ich fühlen kann. Angst lässt mich erstarren, Angst raubt mir jede Freude und Energie. Angst hemmt mich, voran zu gehen und zu wachsen. Angst kann zerstören, in mir selbst und auch in meinen Beziehungen zu geliebten Menschen. Es gibt jede Menge Ängste, die ich mir machen kann: Angst vor Ablehnung, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor Neuem und Unbekanntem, Angst vor dem Scheitern… diese Liste lässt sich fortsetzen. Und meistens sind es dann Kombinationen aus verschiedenen Ängsten welche ich empfinden kann.

Ich glaube (und hier ist mir erlaubt, Anthony Robbins zu zitieren), dass es zwei primäre Grundängste gibt, die alle Menschen haben und auf welche die meisten  anderen Variationen von Ängsten zurückzuführen sind:

  • Die Angst, dass ich nicht gut genug bin
  • Die Angst, dass ich nicht geliebt werde

Die Angst, NICHT GENUG zu sein, z.B. für meine Partnerin/meinen Partner oder auch früher als Kind für meine Eltern, um nur zwei Beispiele zu nennen, ist dabei eng verbunden mit der Angst, NICHT GELIEBT zu werden. Sobald ich mir das Gefühl mache, nicht genug zu sein, sobald ich mich ständig mit anderen vergleiche und mich dabei vor mir selbst immer schlechter dastehen lasse, kann ich keine Wertschätzung mir selber gegenüber empfinden. Auf diese Weise MUSS ich mir selber glauben machen, es NICHT WERT zu sein, geliebt zu werden. Und ich, Sie, wir alle, brauchen das Gefühl der Verbundenheit, das Gefühl des „Geliebt werdens.“ Dies ist eines unserer primären menschlichen Grundbedürfnisse. Das macht uns zum Menschen.

Immer wieder kommen Kunden zu mir mit der Bitte, doch diese beiden primären Grundängste „weg zu machen“, „verschwinden zu lassen“. Das geht nicht, diese Ängste sind fest in uns verankert und untrennbar verbunden mit unserem ebenfalls fest verankertem Bedürfnis nach Liebe. Ich kann jedoch lernen, der Wertschätzung mir selber gegenüber mit wacher Achtsamkeit gegenüber zu treten. Immer wieder prüfe ich und bin wach, ob und wie ich meine eigene Wertschätzung sabotiere. Ich war bis vor wenigen Jahren noch ein Meister im „Sabotieren“ meines eigenen „Ichs“. Auch heute noch trete ich immer mal wieder in die ein oder andere Falle und dann geht es mit meinem Selbstwert schlagartig auf ein Niveau unterhalb der Schuhsohle. Meine Gedanken-Spirale beginnt sich zu drehen: „Bin ich genug? Bin ich es wert, geliebt zu werden? Werde ich geliebt? Sind andere nicht viel liebens-werter?“ Mein Energie-Niveau sinkt dramatisch, ich bin zu keinem klaren Gedanken mehr fähig und mein Körper gibt mir sofort „Feedback“ indem es mir auch körperlich schlecht geht. Ich spüre in diesen Momenten, wie ich nicht nur mir sondern auch den Menschen in meiner Umgebung Energie raube.

Zum Glück passiert mir das heute immer seltener und ich komme deutlich schneller wieder raus aus diesem Zustand als früher. Ich werde weiter hart trainieren, um so schnell wie möglich diese drastischen „Ausreißer“, die ich genauso wenig brauche wie Hundekot an meinen Schuhsohlen, noch weiter aus meinem Erleben zu verbannen.

„Wie verwandle ich denn nun Angst in Mut, wie darf ich das konkret machen?“

MUT bedeutet für mich, die ANGST erst mal als solche anzunehmen und zu akzeptieren. Ich will sie nicht mehr „weg machen“, ich akzeptiere, dass sie in mir ist. Ich arbeite nicht gegen die Angst, ich arbeite für meine eigene Wertschätzung. In dem Maße, wie ich meine eigene Wertschätzung erhöhe, verliert die Angst ihre Macht über meine Gedanken und mein Empfinden.

Sie können damit jetzt sofort mit einer einfachen Übung beginnen: schließen Sie Ihre Augen, atmen Sie ein paar Mal tief durch, kommen Sie etwas zur Ruhe und sagen zu sich selbst fünf Dinge, die Sie an sich mögen. Das können Sie immer wieder machen, finden Sie ständig neue liebenswerte Dinge an sich, wie Sie sind und was Sie machen. Beginnen Sie in kleinen Schritten damit, Ihren Fokus immer mehr und mehr darauf zu richten, dass Sie sich lieben. Haben Sie den MUT, sich selbst so zu lieben und anzunehmen, wie Sie sind. Schon diese kleine Übung ist ein Schritt in eine gute Richtung.

Ganz wichtig: BLEIB DRAN, Veränderungen brauchen manchmal Zeit… Sie sind ein einzigartig großartiger Mensch, jeden Tag aufs Neue…

wertschätzende Grüße, Ihr

Joe Orszulik – Experte für innere Stärke