Offline ist das neue sexy!

Endlich, mein Meister und Vorgesetzter überreicht mir meinen ersten eigenen Pager. Über ein halbes Jahr habe ich diesem Gerät hinter gefiebert, habe mit guten Leistungen und Überstunden mir die Anerkennung meiner Vorgesetzten, Kollegen und auch unseren internen Kunden erarbeitet. Wenn man in unserer Firma einen Pager hat, dann ist man wer, dann hat man es geschafft. Ab sofort gehörte ich zur technischen Elite im Unternehmen.
Zur Erklärung für die jüngeren Leser. Wir schreiben das Jahr 1983. Smartphones und Wisch-und-Weg Technologien noch nicht einmal gedanklich in weiter Zukunft absehbar. Der Pager war ein Gerät, das gepiepst hat, wenn man gesucht oder gebraucht worden ist. Sobald der Pager piepste suchte man sich ein festinstalliertes Telefon und rief eine bestimmte vordefinierte Nummer an. An der anderen Leitung meldete sich dann jemand, der Hilfe von einem benötigte. Ich war also extrem stolz einen eigenen Pager zu haben. Doch mit der Zeit änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Immer wenn das Gerät piepste bedeutete das auch zwangsläufig mehr oder zusätzliche Arbeit. Ich hatte ja noch genug zu tun und bei jedem weiteren Piepsen kamen weitere Aufgaben zusätzlich hinzu. Langsam verstand ich mehr und mehr, warum die alteingesessenen Techniker und Ingenieure keine Pager mehr hatten. Kein Pager bedeutete keine zusätzliche Arbeit. Schlagartig änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Man gehört zur wirklichen Elite, wenn man kein Pager mehr hatte. Und so begann ich daran zu arbeiten, dieses Gerät so schnell wie möglich an einen jüngeren Kollegen zu übergeben, was mir auch gelang.

Was ich mit dieser kleinen Geschichte erzählen möchte ist, dass sich die Welt des Strebens nach Anerkennung seither nicht groß verändert hat. Aus dem Pager ist das Smartphone geworden. Mit dem Unterschied, dass man nicht unbedingt mehr von jemanden angerufen werden muss um wichtige Informationen oder Anweisungen zu erhalten. Durch das Smartphone sind wir permanent on. Selbst nach Feierabend, am Wochenende und in den Ferien. Was waren das doch früher für schöne Zeit. 14 Tage Spanien ohne von irgendwelchen Informationen besucht zu werden. Wenn man zurückkam, war man wirklich erholt. Heute bin ich selbst in den Ferien up-to-date. Informationen jederzeit und überall verfügbar. Kein Wunder, dass unser Gehirn nicht abschalten kann und die Zahl der psychisch Kranken von Jahr zu Jahr weiter steigt. Liebe Leserinnen und Leser, gerade weil dieses jetzt im August die Urlaubsausgabe ist, möchte ich Sie daran erinnern, dass man ein Smartphone auch abschalten kann. Sie müssen nicht jederzeit und überall erreichbar sein. Auch Kunden haben mittlerweile verstanden, dass auch Sie, ja genau Sie, Urlaub haben dürfen. Gönnen Sie sich doch ruhig einmal Urlaub von Ihrem Smartphone. Genießen Sie die Natur, das Meer, die Bergluft oder was Sie auch immer noch tun. Gehen Sie einfach mal ausgiebig speisen, ohne Zeitdruck und trinken Sie vielleicht auch ein Schlückchen mehr Wein. Familie, Freunde, Kinder und auch Ihre Gesundheit werden sich freuen. Tun Sie ruhig mal wirklich nichts. Das mache ich nun auch und wünsche Ihnen schöne Ferien. Off sein ist sexy.

www.peterbuchenau.de

Horst Seehofer – Führungsintelligenz statt Merkel-Raute

Aus den Medien sind die beiden Hauptdarsteller Angela Merkel und Horst Seehofer gerade in den letzten Tagen nicht mehr weg zu denken. Vom andauernden Streit zwischen CDU und CSU in der Asyl-Politik bis hin zum angebotenen Rücktritt des CSU-Chefs Horst Seehofer sieht und liest man tagtäglich über Deutschlands Regierungsspitze.

Während die Merkel-Raute unserer Bundeskanzlerin als nonverbales Regierungsinstrument stetig zum Einsatz kommt, hält Horst Seehofer dagegen an klaren Linien als Verhandlungsstrategie fest. Er stellt hohe und sicherlich auch teils überzogene Forderungen, setzt konkrete Zeitlimits, ist jederzeit zu Verhandlungen und persönlichen Treffen bereit. Auch droht Seehofer nicht nur mit möglichen (auch mehreren) Konsequenzen, sondern führt diese auch gnadenlos aus – man nehme als Beispiel hierfür den angebotenen Rücktritt. Durch das Entwerfen dieser Szenarien baut der Bundesinnenminister enormen Druck und damit einen überhöhten Stressfaktor bei seiner Gegenseite aus.

Doch es war schon immer so – wer viel will und fordert, der wird erstmal ordentlich von Presse und Bevölkerung angegriffen (für alle Sach- und Fachverständigen sowie die Google-Nutzer: argumentum ad hominem) und deshalb ins Unrecht gesetzt.

Dabei beweist gerade Horst Seehofer mit seiner Strategie und seinen klaren Linien ein ausgeprägtes Verhandlungsgeschick und eine hohe Motivationsfähigkeit der eigenen Reihen. Laut dem Frankfurter Institut für Führung im digitalen Zeitalter – in dem wir uns ohne Frage bereits seit geraumer Zeit befinden – sind genau dies die Kernkompetenzen von Führungskräften der Zukunft.

Peter Buchenau, Autor und Initiator der Chefsache Buchserie im Springer Verlag und Kurt-Georg Scheible, Deutschlands führender Verhandlungsexperte, nennen das vereinfacht Führungsintelligenz. „Unternehmer-Persönlichkeiten sind die Rebellen der Neuzeit. Daher ist es erforderlich, Werte wie Mut, Kreativität und Idealismus zu fördern und respektvoll anzuerkennen“, so Kurt-Georg Scheible. Beide Experten sind sich einig, dass Horst Seehofer genau dieser Rebell ist. Peter Buchenau siehst ebenso noch einen anderen Aspekt der Führungsintelligenz bei Seehofer: „Er arbeitet für den Erfolg seiner Mitarbeiter, für den Erfolg von Deutschland – er unterstützt das Land auf dem Weg zum Erfolg. Genau das ist Führungsintelligenz!“

Fußball regiert die Welt oder doch unsere Regierung?

Endlich ist es wieder soweit. Der Ball rollt und somit wird es wieder ruhig in der Außendarstellung und Berichterstattung der Politik und Wirtschaft. Für 4 Wochen werden die zu lösenden Probleme auf die Ersatzbank geschoben. Vergessen sind auf einmal der Dieselskandal, Trumps Strafzölle gegen die EU und China, die DSVGO der manchen Mittelständler oder Kleinunternehmer in massive Schwierigkeiten brachte oder der interne Streit zwischen der CDU und CSU in der Flüchtlingsdebatte.
Fußball ist für 4 Wochen Deutschlands Thema Nummer 1. Egal ob am Stammtisch in der Eckkneipe, im örtlichen Verein, in den Firmen oder auch auf dem politisch diplomatischen Parkett. Und dann hebt der britische Popstar Robbie Williams während der WM-Eröffnungsfeier denn Mittelfinger in die Kamera. Angeblich aus Protest gegen Kritiker aus seinem eigenen Land, warum er in der angespannten politischen Lage zwischen Russland und Großbritannien musikalisch die Eröffnungsfeier im Moskauer Luschniki-Stadion begleitete. Wer Robbie Williams kennt, weiß, er ist ein großer Fußball-Fan und es war immer schon sein Kindheitstraum einmal auf einer WM-Eröffnungsfeier singen zu dürfen. Und sind wir doch mal ehrlich, würden Sie nicht ihrem eigene Kind den größten Wunsch erfüllen, wenn es irgendwie machbar wäre?
Ich schon. Ich habe früher auch Fußball gespielt und das auch, wie viele sagten echt gut und vielleicht wäre ich auch Fußballprofi geworden, wenn nicht im Alter von 17 Jahren der gegnerische Torwart meinte, er müsste mir mit den Knien voraus in den Rücken springen. Mein Fußball-Karriere war somit beendet. Aber immer noch hege ich ein sanfte Begeisterung und Leidenschaft für diesen Sport, vor allem weil gleichzeitiges Einzelkönnen mit Teamfähigkeit kombiniert werden muss. Eine Kombination, die ich mir oft in Unternehmen und auch der Politik wünsche. Leider aber schränkt der neue Video-Beweis aus meiner Sicht, die Emotionalität und Leidenschaft für den Sport massiv ein. Waren das nicht tolle emotionale Diskussionen früher: „Der Ball war im Tor“, „Nein, war er nicht“ oder „Das war ein klares Faul“ gegen „Der hat den Spieler doch gar nicht berührt“. Wir konnten stundenlang, ja oft tagelang und wochenlang nach dieser vielleicht Spiel entscheidenden Szene diskutieren, behaupten und Stellung beziehen. So ist Wembley 1966 immer noch nicht 100% geklärt. Heute, wird das Spiel unterbrochen. Die emotionale Stimmung damit auf beinahe Null reduziert. Im FIFA Raum schlussendlich entschiedet ein FIFA Expertenteam, ob es nun ein Tor war oder ein Faul oder oder oder. Apropos, wer überwacht eigentlich die Entscheider im FIFA-Raum? Waren da nicht auch in Vergangenheit Skandale über unrechtmäßige Geldflüsse zum Beispiel zur WM-Vergabe an Deutschland 2006 oder Katar 2022? Ich dachte, ich hätte da etwas gehört? Ich bin daher gegen den Video-Beweis, dieser nimmt mir viel Freude und Emotion und bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Und Vorsicht, ich schrieb Anfangs, alles schläft. Aber nicht alle. Nutzte nicht der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck die Kunst der Stunde und unterschrieb unmittelbar vor dem WM Endspiel 2014 das umstrittene Diätengesetz, welches den Bundestagsabgeordneten massive geldwerte Vorteile brachte? Ich bin somit wirklich gespannt, was uns Bundesbürger politisch in den nächsten 4 Wochen blüht. Wenn man den internen Streit zwischen CDU und CSU beobachtet, nichts gutes.

Warum die Deutsche Nationalmannschaft verlieren musste!

Bereits im Jahr 2011 verfasste Bestsellerautor Peter Buchenau in seinem Buch „Die Performer-Methode“, erschienen im Springer Verlag, die Merkmale für Teamerfolg. Die Performer-Methode setzt sich aus den nachfolgenden Bausteinen zusammen:
1. Purpose, (Sinnzusammenhang, Ziel und Zweck)
2. Empowerment (Wollen – Können – Dürfen)
3. Relationships (Beziehungen und Kommunikation)
4. Flexibility (Flexibilität und Change-Management)
5. Optimism und Morale (Optimismus und Motivation)
6. Respect (Respekt und Anerkennung)
7. Magnetism (Ausstrahlungskraft und Wirkung)
8. Energy (Kraft und Gesundheit)
9. Repetition (Üben, Üben, Üben).

Alle diese neun Erfolgsindikatoren fehlten der Deutschen Nationalmannschaft am 27. Juni 2018 im Spiel gegen Südkorea. Angefangen bei „Purpose“ – Ziel und Zweck. Als Zuschauer gewann man den Eindruck, dass der Fokus der Nationalmannschaft nicht auf Gewinn gerichtet war. Belá Rethýs Kommentar: „Das ist nicht Zeitlupe, das ist real!“ unterstrich die desolate Leistung. Ebenso schien es für den Zuschauer so, als hätte kein Spieler das Bedürfnis gehabt, die Verantwortung für die Mission „Gewinnen“ zu übernehmen. Das zwingend notwendige „Wollen-Können-Dürfen“ war bei keinem der Spieler zu erkennen.

Auch beim Faktor Relationship, wer hilft oder unterstützt auf dem Weg zum Gewinn, muss sich der Bundestrainer Joachim Löw mit Sicherheit die Frage gefallen lassen: „Waren wirklich die 11 befähigten (empowerten) Spieler auf dem Platz?“. Zudem scheint Herr Löw, den ich übrigens sehr schätze da er aus der gleichen Südschwarzwälder Ecke kommt, das Thema Change-Management – übrigens Grundwissen erstes Semester Hochschule – vergessen zu haben. Von Optimismus, Moral und Respekt, für Deutschland spielen zu dürfen, keine Spur. Waren die Herren Özil und Gündogan dafür die richtige Wahl? Welcher Nationalspieler hatte Strahlkraft und entfachte eine Sogwirkung um andere Mitspieler mitzureisen und zu motivieren? Haben Sie einen Spielführer gesehen?

Körperlich und mental schienen die Spieler nicht auf Top-Niveau zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass viele Spieler einfach nur gemütlich trabten anstatt für Deutschland spielerisch zu kämpfen. Alle Spieler waren weit von Ihrer Höchstleistung entfernt. Bleibt nun noch der Indikator der „Repetition“ – das üben, üben, üben. Das bedeutet schlichtweg auch aus Fehlern zu lernen und das Thema scheint mir nach den Vorbereitungsspielen gegen Saudi-Arabien und Österreich total vergessen zu sein. Kurzum, vielleicht hätte Joachim Löw anders reagiert und Erfolg gehabt, wenn er zuvor die Performer Methode angewandt hätte.

Übrigens, im Buch Chefsache Erfolg – neun Erfolgsfaktoren für Chefs von Morgen – erschienen im März 2018 im Springer Verlag, beschreiben neun Experten, welche Kenntnisse und Eigenschaften es braucht, um in Zukunft erfolgreich zu sein. Ich werde ein Exemplar dem DFB schenken.

Über Peter Buchenau: Peter Buchenau ist der Chefsache-Ratgeber im deutschsprachigen Raum. Seit über 25 Jahren ist er als Führungskraft, Ratgeber und Redner mit den Schwerpunkten Führung, Vertrieb sowie Krisenmanagement auf dem internationalen Markt tätig. Peter Buchenau ist Ihr Gefährte, er begleitet Sie bei der Umsetzung Ihres Weges, damit Sie Spuren hinterlassen – Spuren, an die man sich noch lange erinnern wird.

Inhumane Führungskräfte werden sterben!

„Außendienstmitarbeiter führen, ist wie Flöhe hüten“, so hat sich einer meiner ehemaligen Vorgesetzen einmal geäußert. Hört man sich auf Vertriebskongressen um, ist immer der Außendienstmitarbeiter das Übel. Dieser verkauft nicht zielorientiert, sitzt zu oft im Büro, löst lästige Operationsprobleme, kümmert sich um Lieferdaten, hat zu viel administrativen Unsinn zu erledigen, um nur einige weitere Aussagen zu nennen. Doch warum ist das so? Sind Vertriebsmitarbeiter wirklich so schwer zu führen beziehungsweise zu motivieren? Immer wieder stelle ich in meinen Beratungen und Coachings fest, dass häufig nicht die Vertriebsmitarbeiter das Problem sind, sondern die Vertriebsleiter oder gar die Firmeninhaber selbst. Viele von ihnen haben nie Führung gelernt, sind oft auch weil niemand anderes da war, Vertriebsleiter geworden. Und weil ja von ersten Tag an verkauft werden musste, haben diese Vertriebsleiter auch selten eine Schulung oder gar ein Coaching in Mitarbeiterführung bekommen. Und so erstaunt es nicht, dass während überall von Industrie 4.0 und von Gesellschaft 5.0 gesprochen wird, viele Führungskräfte und nun spreche ich nicht nur die Vertriebsführungskräfte an, nicht über Führung 1.0 hinausgekommen sind.
Dabei ist Führung so einfach. Mein großer Mentor Jorge hat mir vor über 20 Jahren, zu Beginn meiner Führungskarriere im internationalen Umfeld, die Frage gestellt: „Peter, wann ist eine Führungskraft erfolgreich?“. Damals im US-Konzern war ich sehr Zahlenorientiert und meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Natürlich, wenn die Zahlen stimmen, Jorge.“ Darauf hin, warf mich Jorge aus seinem Büro und sagte: „Komm morgen mit einer anderen Antwort wieder!“. Das hatte ich noch nie erlebt. Mein Weg führte immer steil nach oben, kletterte die Karriereleiter immer höher und höher, Sprosse für Sprosse. Und nun so eine Abfuhr? Am nächsten Tag stürmte ich in Jorge Office und sagte sofort: „Jorge, tut mir leid. Meine Antwort war gestern zu schnell und unüberlegt. Natürlich, wir sind eine Aktiengesellschaft und wir als Führungskräfte sind dann erfolgreich, wenn unsere Aktionäre erfolgreich sind.“ Genauso schnell wie ich mein Statement sprach, kam Jorges Antwort: „Geh nach Hause und komme Morgen mit einer anderen Antwort wieder!“. Wow, noch schlimmer. Nicht nur, dass mich Jorge seines Büros verwies, nein heute hat er mich sogar nach Hause geschickt. Ich ging erst einmal in den nächsten Pub und trank ein paar Bierchen über diese wahrhaftig, für mich blamierende Situation. Ich kann Ihnen auch versichern, ich habe in der kommenden Nacht kein Auge zugemacht. Wer in US-Konzernen jemals gearbeitet hat weiß, die nächste Antwort muss sitzen. Sonst würde meine Karriere zu mindestens einen Stillstand bekommen. Als ich am nächsten Morgen zu Jorge ging, entschied ich mich für die Flucht nach vorne. Auch einen Fehler zuzugeben oder um gar Hilfe zu bitten, ist eine Führungseigenschaft. So sagte ich zu Jorge: „Jorge, tut mir leid, hilf mir. Anscheinend bin ich gerade auf einem falschen Weg unterwegs.“ Darauf hin, sagte mir Jorge: „Peter, als Führungskraft bist du dann erfolgreich, wenn alle deine Mitarbeiter erfolgreich sind. Arbeite nie, ich wiederhole nie für deinen eigenen Erfolg. Arbeite immer für den Erfolg deiner Mitarbeiter. Mach jeden deiner Mitarbeiter erfolgreich!“. Diese Lektion, die mir Jorge 1997 erteilte habe ich bis heute nicht vergessen. „Mache, jeden deiner Mitarbeiter erfolgreich!“ wurde zu meinem Leitmotto in all meinen Führungspositionen. Abgewandelt hat diese Aussage eine hohe Zukunftsrelevanz. Das IFiDZ, das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter, hat in einer Langzeitstudie herausgefunden, was die zukünftigen Erfolgsfaktoren der Führung sind. Erstens, eine werteorientierte Sozialkompetenz. Zweitens, exzellentes Verhandlungsgeschick und drittens eine hohe Motivationsfähigkeit. Und sind diese drei zukünftigen Erfolgsfaktoren der Führung nicht in der Aussage von Jorge: „Mache jeden deiner Mitarbeiter erfolgreich!“ vorhanden? Wann machen Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich?

www.peterbuchenau.de (Bild: Winfried Mausolf)

 

Älter werden, nein Danke!

Wagen wir einen kleinen Zeitsprung in die Zukunft. Sie sind etwas älter geworden, sind nicht mehr körperlich so beweglich aber geistig noch top fit. Sie stehen im Schlafanzug am Fenster Ihres Zimmers und blicken in die weiter Ferne. Am Horizont geht gerade die Sonne auf. Ihre Gedanken sind bei Ihren beiden Kindern, welche in der digitalen Welt Karriere gemacht haben und sehr gutes Geld verdienen. Sie sind sehr stolz auf sie. Sie kommunizieren mit Ihren Kindern regelmäßig via der neusten Google Brille oder mit einer hoch modernen Kommunikationstechnologie. Gerne hätten Sie Ihre Kinder mal wieder real gesehen, die Beiden in den Arm genommen und einfach mal nur gedrückt und festgehalten. Seit dem letzten Mal sind Jahre vergangen. Das bedrückt Sie, macht Sie traurig. Tränen kullern über Ihr Gesicht.
Es klopft an der Tür und Zora Ihre Pflegekraft betritt den Raum. Sie begrüßt Sie freundlich, geht zum Fenster, öffnet es. Frische Luft strömt herein. Darauf macht Zora Ihr Bett, richtet das Frühstück, schenkt Ihnen frischen Orangensaft nach und reicht Ihnen Ihre Medikamente. Mit einem kurzen Smalltalk über Wetter und Sport verabschiedet sich Zora wieder und verlässt den Raum. Die Tränen in Ihrem Gesicht hat Zora nicht gesehen. Denn Zora ist krank. Zora leidet an humaner Inkompetenz. Zora ist ein Roboter. Zukunft oder Realität?

Realität. Zora ist im Jahr 2016 auf der Pariser Gesundheitsmesse vorgestellt worden. Werden wir künftig von Roboter gepflegt oder gar operiert? Diese Frage muss mit einem ganz klaren „JA“ beantwortet werden. Gemäß einer Studie der Porsche Consulting Group aus dem Jahr 2017 gaben 41% der Befragten an, sich vorstellen können, von einem Roboter operiert zu werden. Roboter operieren wesentlich genauer als jede Menschenhand. Noch höher ist die Zahl im Pflegebereich. Dort ergab die Studie das 56% der Befragten angaben, sich auch von einem Roboter pflegen zu lassen. Das erstaunt nicht. In Baden-Württemberg und NRW zum Beispiel geht die Rechtsprechung davon aus (Urteil des OVG NRW vom 03.07.2009-12 A 2630/70), dass ein Pflegeheim mit bis zu 50, ich wiederhole 50, zu pflegenden Personen nachts von einer Pflegefachkraft betreut werden darf. Nicht auszudenken was passiert, wenn nachts während der Pfleger auf der Toilette verweilt, ein Notfall eintritt oder gar zwei Notfälle zur gleichen Zeit während einer Nachtschicht ungefähr gleichzeitig eintreten. Vielleicht werden Sie sagen, ja aber statistisch gesehen, passiert das so gut wie nie. Nur wer im wahren Leben steht, weiß dass genau in diesen Momenten Murphys Gesetz zuschlägt. Und auch wenn statistisch gesehen, dieser Fall höchst unwahrscheinlich ist, es betrifft immer Menschen. Meist Menschen, die sich nicht wehren oder selbst helfen können, sonst wären Sie nicht im Pflegeheim. Fragt man die Pflegeheimbewohner nach dem Grund, warum Sie lieber von einem Roboter betreut werden möchten, so lautet die Antwort fast immer: „Der Roboter hat Zeit für mich. Nicht so wie mein Pfleger, der von Zimmer zu Zimmer hetzt, sein möglichstes sicherlich im Rahmen seiner Leidenschaft und Berufung tut, aber den gewinnorientierten fast schon menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in manchen Pflegeheimen ausgeliefert ist.“ Laut Deutschem Ärzteblatt liegt Deutschland im internationalem Vergleich beim Pflegeschlüssel im hinteren Teil. Im Jahr 2012 war Deutschland sogar Schlusslicht.
Wie leider in Deutschland üblich, wird seitens der Politik erst gehandelt, wenn vermehrt Todesfälle in Pflegeheimen auftreten werden. Für Präventivmaßnahmen haben weder Regierung noch Pflegeheimbetreiber Zeit. Klar, man beschäftigt sich ja damit ob in der Deutschen Nationalhymne das Wort „Vaterland“ ersetzt werden kann. Ja geht’s noch?
In der Gesellschaft 5.0, wo Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten werden, wird hoffentlich der Pflegenotstand kein Problem mehr sein. Zora und Sofia leben hoch.

www.peterbuchenau.de

Führungsfehler (15) – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Tipp 15: Burnout Chefs loben unter keinen Umständen
Lob ist der absolute Erfolgskiller für Produktivität. Wo kämen Sie als Burnout-Chef denn hin, wenn Sie alle Ihre Mitarbeiter für gute Arbeit loben müssten? Diese Zeit haben Sie ja gar nicht. „Danke, das haben Sie gut gemacht!“ Allein dieser Satz kombiniert mit der Vorbereitung, sich der Sachlage bewusst zu machen, sich diesen Satz zu merken, auf den Mitarbeiter zuzugehen, diesen auszusprechen und dann wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzugehen, dauert es minimum 11 Minuten. Es ist ja eine ungewollte unnütze Unterbrechung, wie Sie schon in Tipp 11 erfahren haben. Wissen Sie eigentlich was in 11 Minuten alles passiert? In dieser Zeit werden über 200 Millionen WhatsApp Nachrichten oder 1,5 Milliarden Emails versendet oder über 50 Millionen Suchanfragen in Google und Youtube gestellt. Von den 10 Millionen Entscheidungen im Dating Portal Tinder möchte ich gar nicht erst reden. Sie sehen also, was Ihnen als Burnout-Chef alles entgeht, wenn Sie Mitarbeiter loben und das können Sie sich in Ihrer Position auf keinen Fall leisten. Deshalb loben Sie nie, unter keinen Umständen, nie und nimmer. Ein Lob auszusprechen bringt Ihr Zeitmanagement total aus den Fugen und womöglich schaffen Sie Ihr Arbeitspensum nicht.

Dieseln oder nicht Dieseln? Das ist keine Frage!

Hilfe Schreie lassen mich aus meinen Schlaf aufschrecken. Sofort nehme ich einen verbrannten Rauchgeruch war. Ich stürze zum Fenster und auf der gegenüberliegenden Straßenseite brennt das Haus lichterloh. Menschen irren schreiend und hilflos auf den Straßen herum, wartend auf die Feuerwehr. Panik macht sich breit. Vergebens, die Feuerwehr kommt nicht und das Haus brennt bis auf die Grundmauern nieder. Bald Zukunft? Ja. Laut einer Umfrage im Jahr 2018 werden 99% der Feuerwehrfahrzeuge mit Dieselmotoren ausgerüstet. Mit einem Dieselfahrverbot dürfen auch diese Fahrzeuge nicht mehr zum Einsatzort fahren. Erschwerend kommt hinzu, dass 75% der Feuerwehrretter ebenfalls Dieselfahrzeuge privat besitzen und im Falle eines Notfalls erst gar nicht zu den Einsatzfahrzeugen gelangen. Gut, nun werden Sie sagen: „Das ist was ganz anderes“. Dafür gibt es dann bestimmt Regeln und Ausnahmen. Nun, wie viele Ausnahmen wollen Sie zulassen? Schauen wir doch mal zur Bahn, wie viele Dieselloks verkehren noch auf Deutschlands Schienen? Wie viele Dieselschiffe, verkehren rein auf Deutschen Gewässern? Von den großen Kreuzfahrtschiffen und Container Schiffe in internationalen Gewässern wollen wir erst gar nicht reden. Und ist das Ganze wieder ein rein deutsches Problem? Schauen wir doch mal nach Frankreich, Italien, Polen und weitere EU-Staaten? Was passiert mit dem Dieselfernverkehr? Dürfen diese Dieselfahrzeuge in die Städte einfahren? Ist die Grundversorgung der deutschen Bevölkerung an Lebens- und Nahrungsmittel noch gesichert? Und wenn das wieder ein deutsches Problem ist und die Nachbarstaaten sich nicht den Fahrverboten von Dieselfahrzeugen anschließen, bleiben die Schadstoffe auch in diesen Ländern? Hört der Wind an der Grenze auf zu blasen?

Ich bin Berater und Schauspieler und lege rund 70‘000 Kilometer pro Jahr auf europäischen Straßen zurück. Ich bin auf das Auto angewiesen, allein wegen des Bühnenequipments. Mein Dieselfahrzeug verbraucht rund 6 Liter auf 100km, was bei einer Fahrleistung von 70000km rund 5000 Euro Dieselkosten bedeutet. Mein Fahrzeug gibt es vergleichbar mit Benzinmotor. Allerdings gibt der Hersteller den Verbrauch auf 9 Liter pro 100km an. Bei gleicher Rechnung ergibt das Mehrkosten von 3500 Euro netto. Ich bin mir sicher, dass viele meiner beratenden, freischaffenden Kollegen oder viele Kleinunternehmer diese Rechnung aufgestellt haben. Ein Abschied vom Dieselmotor und auf benzinbetriebene Antriebsarten umzusteigen oder gar auf Elektromobilität oder Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind auf Grund der hohen Verbrauchs- und Anschaffungskosten sowie der geringen Reichweite noch keine Alternative.

Aus diesem Grund muss ich Christian Lindner recht geben, wenn er von Enteignung von Kleinunternehmern in Deutschland spricht.
Und selbstverständlich trifft es wieder mal die Kleinen. Diese Maßnahme lässt die Schere zwischen Reich und Arm weiter auseinander gehen. Aus meiner Sicht wirft das Dieselfahrverbot mehr Fragen als Lösungen auf. Wieder einmal werden die Kleinen Opfer unüberlegter Schnellschüße einer handlungsunfähigen, nur auf eigenen Profit ausgerichteten Regierung. Mich würde mal interessieren, wie die Richter entscheiden würden, wenn ihr Haus brennt. Deshalb ist „Dieseln oder nicht Dieseln“ für mich keine Frage. Ich gehe weiter mit meiner Diesel Jeans in den Innenstädten einkaufen.

Führungsfehler (14) – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Burnout Chefs bringen auf keinem Fall Abwechslung an den Arbeitsplatz!

Eingespielte Prozesse und Routineaufgaben sind Grundvoraussetzungen für eine gesicherte Produktivität. Dadurch werden Fehler minimiert, die Qualität gesteigert, die Kosten reduziert und natürlich die Effizienz erhöht. Was läuft das läuft, das hat schon meine Oma gesagt. Warum also jemanden von einer Aufgabe abziehen, wenn das Abteilungsergebnis oder gar das unternehmerische Ergebnis auf Produktivität und Effizienz ausgerichtet ist? Sie als Burnout-Chef werden doch dafür bezahlt, um positive Resultate zu erwirtschaften. Lassen Sie daher so lange wie möglich Mitarbeiter in bestehenden Aufgaben und Positionen. Sie haben eine lange Einarbeitungszeit in diese Mitarbeiter investiert, haben diese natürlich durch noch erfahrenere Mitarbeiter ausführen lassen, um schließlich nun den Erfolg ernten zu können. Lassen Sie sich nun also nicht die Butter vom Brot nehmen. Und um Langweile ihrer Mitarbeiter müssen Sie sich keine Gedanken machen. Sie wissen ja, das menschliche Gehirn ist in der Regel faul. Das Gehirn sucht sich immer den effizientesten Weg und greift auch auf eingespielte Erfahrungsrituale im menschlichen Körper zurück. Somit sind die eingespielten Erfahrungsrituale des Gehirns und die monotone Arbeit in Unternehmen die beste Kombination für Erholung und Schlaf am Arbeitsplatz. Was können Sie Ihren Mitarbeitern denn besseres bieten als einen ruhigen, entspannten Job, bei dem diese nicht viel denken müssen? So müssen sich Ihre Mitarbeiter nicht um Eigenmotivation, Selbstverwirklichung, Weiterentwicklung und Kreativität kümmern, sondern können erholt und energievoll nach der Arbeit nach Hause gehen.
Über den Autor (www.peterbuchenau.de)