Azubi Knigge Teil 2 – so vermitteln Sie Azubis Werte und Umgangsformen

Liebe Ausbilder und Personaler,

sicherlich ist es nicht immer leicht, die richtigen neuen Mitarbeiter zu finden. Werte, sowie gesellschaftliche und geschäftliche Tugenden werden oft nicht mehr gelernt. Einigen Azubis fehlt an teilweise auch an richtigen Vorbildern aus dem privaten Umfeld.

Die Generationsunterschiede machen sich immer mehr bemerkbar. Viele junge Menschen sind auch eher Sinnsucher, die viele Dinge genau hinterfragen. Nutzen Sie die Chancen und Möglichkeiten, die sich daraus als Vorteil für das Wachstum im Team und im Unternehmen ergeben.

Frage: Kennen Sie selbst die wichtigsten Spielregeln der Business Knigge, um diese wertschätzend und verantwortungsvoll zu vermitteln?

„Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, sollte sich seinen Gebräuchen unterwerfen, weil sie stärker sind als er.“ (Adolph Freiherr von Knigge)

Doch wie können Sie Ihren neuen Mitarbeitern die gängigen „Spiel-Regeln“ im Unternehmen vermitteln, damit diese auch ankommen und umgesetzt werden?

Tipp Nr. 1″Bleiben Sie sachlich und konkret“

Bleiben Sie immer bei einer direkten Sache und sprechen Sie mit Ihrem Azubi auf Augenhöhe. Erklären Sie ihm, welche Regeln es im Business gibt und fragen Sie ihn auch, welche Regeln er im privaten Bereich dazu bereits kennt und umsetzt.

Zeigen Sie ernsthaftes Interesse und diskutieren Sie gemeinsam Werte, Tugenden und Leitbilder aus dem Unternehmensalltag.

Sie werden erstaunt sein, denn oftmals entstehen fantastische Lösungen unter einem neuen generationsübergreifenden Blickwickel für das Team.

Tipp Nr. 2 „Nutzen Sie das Sandwich-Prinzip beim Feedback geben“

Stilsicher Feedback geben will gelernt sein. Viele Menschen tun sich mit dem Feedback geben schwer. Das liegt oft daran, dass Sie selbst schlechte Erfahrungen im Feedback nehmen gemacht haben.

Ein regelmäßiges Feedback Ihren Azubis gegenüber, hilft den jungen Menschen enorm, sich persönlich weiter zu entwickeln und sich aktiv im Unternehmensgeschehen einzubringen.

Nehmen Sie dafür unbedingt Zeit. Feedback geben zwischen Tür und Angel bringt keinen Nutzen. Vereinbaren Sie Feedback-Gespräche am besten als Ritual an einem bestimmten Wochentag und zur gleichen Uhrzeit.

Doch wie können Sie das Sandwich-Prinzip am besten umsetzen?

  • Beginnen Sie mit einem ehrlichen und wertschätzenden Lob, was Ihr Azubi wirklich gut gemacht hat.
  • Sprechen Sie danach mögliche Probleme sachlich und zeitnah an. Erklären Sie Ihr Gegenüber, warum sein Verhalten oder seine Arbeitseinstellung nicht angemessen ist. Lassen Sie ihn dabei auch seine Meinung, seine Ideen und Vorschläge einbringen.
  • Bieten Sie ihm danach eine gemeinsame Lösung an, z.B. wer ihn weiterhin unterstützen kann, bis alles optimal verläuft.

Tipp Nr. 3 „Interessieren Sie sich für die Wünsche und Bedürfnisse Ihres Azubis“

Keiner möchte belehrt werden, das nervt und wir hören dann erst recht nicht richtig zu. Einige Verhaltensweisen sind oft Trotzreaktionen auf Dinge, die nicht optimal im Hinblick auf den Ausbildungsalltag verlaufen und die sie aus dem HR teilweise nicht sehen oder mitbekommen können. In meiner Lehre als Kauffrau wurde ich das erste Jahr nur ausgenutzt und habe eher die Arbeiten eines Handelsfachpackers erledigt. Meinem Chef hat das nicht interessiert, meine Kollegen waren wahrscheinlich froh, eine „billige“ Arbeitskraft in der Abteilung zu haben und die Dame aus der Personalabteilung hatte andere Sorgen. Erst nachdem ich mutig den Mund aufgemacht habe und auf die Missstände hingewiesen habe, hat sich einiges geändert. Azubis lassen sich deshalb auch teilweise krank schreiben, weil sie nicht „gehört werden“ oder sich unter- oder überfordert fühlen.

Fragen Sie Ihre Azubis auch regelmäßig nach den Fortschritten in der Ausbildung, ob alles zu seiner Zufriedenheit verläuft und interessieren Sie sich für seine Wünsche und Bedürfnissen. So gewinnen Sie von Anfang an einen zufriedenen Mitarbeiter und beugen einem möglichen Fachkräftemangel vor.

Tipp Nr. 4 „Bleiben Sie geduldig“

Geduld ist eine wichtige Stärke, die Sie benötigen, um junge Menschen auszubilden oder allgemein Menschen zu führen.

Geduld kann man auch lernen. Davon kann ich selbst ein Lied singen. Nicht jeder Mensch hat die gleichen Talente und Fähigkeiten, um gewisse Dinge nach unseren Vorstellungen zu erledigen. Jeder Mensch ist jedoch in seiner Persönlichkeit einzigartig. Es gibt auch für jeden Mitarbeiter den richtigen Platz im Unternehmen, wenn er richtig geführt und beachtet wird.

Selbst wenn Sie Dinge x-Mal erklären müssen, bleiben Sie sachlich und berücksichtigen Sie bitte die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen ihrer neuen Mitarbeiter. Einige Menschen sind eher harmonisch, passen sich an und sagen dann vielleicht nichts, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Andere fragen vielleicht zuviel nach, wollen mehr wissen und „nerven“ Sie damit. Und die dritte Gruppe will alles sofort wissen und schnell umsetzen. Bleiben Sie geduldig und berücksichtigen Sie den unterschiedlichen Persönlichkeitstypus ihrer Azubis. Gerade in Gruppen-Meetings ist es wichtig, das zu erkennen, damit alle Teilnehmer am Ende auch wirklich das gleiche Ergebnis vorliegen haben.

Tipp Nr. 5 „Achten Sie darauf, dass alle im Team die „Spiel-Regeln“ des Unternehmens vorleben und umsetzen“

Schon Albert Schweizer sagte: „Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, es ist die einzige Möglichkeit, andere zu beeinflussen.“

Achten Sie darauf, dass Werte, Normen, Leitsätze und Regeln von allen im Team vorgelebt, gelebt und umgesetzt werden. Wie soll ihr Azubis sonst lernen, was richtig und was falsch ist?

Mein Tipp: Überprüfen Sie regelmäßig die allgemeinen Verhaltensstandards im Team. Mir ist z.B. bei einer Schulung im gewerblichen Bereich zu Ohren gekommen, dass Mitarbeiter im Lager Leiharbeiter vor den Augen der Azubis als „Kettenhunde“ beschimpfen. Die Dame aus dem HR war sehr dankbar für meinen Hinweis nach der Schulung. Bleiben Sie sensibel und erweitern Sie aus der Vogelperspektive regelmäßig Ihren Horizont. Investieren Sie lieber frühzeitig in eine Schulung für soziale Kompetenz im Hinblick auf ein funktionierendes und sich gegenseitig respektierendes Team. Gerne unterstütze ich Sie dabei.

Wie wäre es, wenn Sie Ihre Azubis von Anfang mit einem maßgeschneiderten Azubi-Knigge-Workshop mit einem Profi unterstützen? Mehr zu den Möglichkeiten einer Zusammenarbeit finden Sie HIER.

 

Veröffentlicht von

Janine K. Pötsch

Janine Katharina Pötsch ist Deutschland bekannteste Expertin für stilsicheres Auftreten auf jedem Parkett, Knigge-Expertin und Management-Trainerin. "Persönlichkeiten, nicht Prinzipien bewegen die Welt" In meiner gesamten beruflichen Laufbahn habe ich immer meinen Mitmenschen geholfen, Ihre inneren Werte mit Ihrem äußeren Erscheinungsbild in Einklang zu bringen. Dazu zählt auch Persönlichkeits-Training, um Ihr Mindset zu (ver-)ändern und mit einem neuen Selbstbewusstsein zu punkten. Dank meiner authentischen, ehrlichen und frechen Art, meiner Expertise und meinen umfassenden Aus- und Weiterbildungen, sind meine Kunden immer wieder begeistert und positiv überrascht, wie klar ich Ihre Einzigartigkeit als Marke „Ich“ mit Ihren Persönlichkeit und den Botschaften Ihrer persönlichen Außenwirkung im Training und Coaching in Einklang bringe.