Stilvolle Tischmanieren Teil 1 „So punkte ich als Gastgeber“

Stilvolle Tischmanieren kommen nie aus der Mode. Meine nächste Kolumne widme ich als 3-Teiler dem Thema „Tischmanieren – Tischsitten – Restaurant Knigge“.

Gutes Benehmen macht einfach Spaß und wirkt sympathisch. Wer die Etikette kennt, kann in bestimmten Situationen damit auch locker umgehen und passt sich damit automatisch an die Gesellschaft an.

„Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, sollte sich ihren Gebräuchen unterwerfen, weil sie mächtiger sind als er.“ (Adolph Freiherr von Knigge)

Wussten Sie eigentlich, dass es schon vor 4500 Jahren eine hohe Tugend war, die Etikette bei Tisch zu kennen? Zu Zeiten des ägyptischen Königs Asosi verfasste dessen höchster Verwaltungsbeamter und oberster Richter Ptahhotep das Regelwerk „Weisheitslehre“, welches auch die Regeln bei Tisch enthielt.

Durch die vielen Kreuzzüge kamen die ersten Tischregeln auch nach Mitteleuropa.

Die Wurzeln der „deutschen“ Tischetikette haben wir jedoch dem französischen Sonnenkönig zu verdanken. Er hatte seinen Tag bis ins letzte Detail „durchgeplant“ und alle Abläufe bei Hof – auch zu Tisch – protokolliert und reglementiert.

Stilvolle Tischmanieren fangen beim Gastgeber selbst an. Dennoch sind viele Menschen in der Rolle als Gastgeber oft verunsichert, um diese „Rolle“ galant zu meistern.

Wer die Etikette-Regeln als Gastgeber kennt, führt seine Gäste stilsicher durch den Abend, den Tag oder den besonderen Event. Das Wohlfühlen der Gäste steht immer an erster Stelle. Als Gastgeber sind Sie der Regisseur, der seine Gäste galant führt.

„Ohne gutes Essen, guten Wein und gute Freunde kann man nicht feiern.“ (Vico von Bülow)

Damit sich Ihre Gäste rundum wohl fühlen, sollten Sie 5 wichtige Punkte beachten:

Tipp Nr. 1 „Das gekonnte Einladungsmanagement“

Einladungen auszusprechen ist oft schwieriger als getan. Dazu gehören viele Überlegungen im Vorfeld dazu: wozu spreche ich die Einladung aus, wer versteht sich gut oder weniger gut mit den anderen Gästen, wo will ich feiern und möchte ich überhaupt Geschenke haben.

Eine sorgfältige Planung erleichtert vieles im Leben; so ist es auch bei Veranstaltungen. Dazu gehört auch, sich im Vorfeld Gedanken über den Anlass und die Uhrzeit zu machen.

Zu den klassischen Uhrzeiten für Einladungen zählen:

  • 11:00 Uhr für Empfänge (z.B. Jubiläum oder Taufe)
  • 12:00 Uhr für das klassische Mittagessen
  • 16:00 Uhr für die Einladung zum Kaffee (z.B. Geburtstag)
  • 18:00 Uhr für den Abendempfang (z.B. beim After-Work)
  • 19:00 Uhr für das Abend-Essen (z.B. Gala-Dinner)

Auf eine ordentliche Einladung gehören folgende Punkte:

  • Die persönliche Anrede der Adressaten in der Anrede und im Briefkopf. Ich empfehle Einladungen immer handschriftlich auf einem hochwertigen Papier zu verfassen.
  • Definieren Sie in der Einladung folgende Dinge klar und deutlich: den Ort der Veranstaltung, die Zeiten, den Anlass, kurze Details über die Veranstaltung sowie den Dress-Code. Sprechen Sie auch Empfehlungen für Übernachtungen (Hotels in der Nähe) und die Anreise (z.B. Bahnhof und Taxi-Nummer) aus.
  • Bitten Sie zur Planung Ihrerseits unbedingt um eine Antwort zur Planung und geben Sie dafür ein festes Datum vor.

Tipp Nr. 2 „Galant durch den Event führen“

Gastgeber sein will gelernt sein. Es gibt doch nichts Schöneres als einen gelungenen Abend mit zufriedenen Gästen zu verbringen, wo sich jeder Gast gerne an den Abend zurückerinnert.

Machen Sie alle Gäste miteinander bekannt und platzieren Sie nur Gäste nebeneinander, wo Sie auch wirklich wissen, dass diese auch Gemeinsamkeiten beim Small-Talk haben.

Sie „bestimmen“ die Regeln des Abends, egal ob Sie zuhause feiern oder im Restaurant. Empfangen Sie jeden Gast persönlich und begleiten Sie ihn zu seinem Platz. Sie können für diese ehrenvolle Aufgabe auch eine Vertrauensperson auswählen, die Ihnen behilflich ist.

Zeigen Sie den Gästen, wo sich die Garderobe und die Waschräume befinden. Nehmen Sie den Gästen auch gerne den Mantel ab, indem Sie fragen „Darf ich Ihnen behilflich sein?“ Bei größeren Festen empfehle ich eine Person, die sich als Guest Relation Manager wie in der Hotellerie um die Gäste kümmert.

Die berühmte Tisch- und Sitzordnung wirft oft Fragen oder Missverständnisse, wenn nicht sogar „Ärger“ unter den Gästen auf.

„Eine vollendete Gastgeberin erkennt man daran, dass sie alle bevorzugt und niemanden benachteiligt.“ (Vico von Bülow)

Damit sich keiner Ihrer Gäste benachteiligt fühlt, empfehle ich Ihnen folgenden Trick: Benennen Sie die Tischnamen mit Städtenamen, Blumennamen oder lustigen Anekdoten / Märchen.

Tipp Nr. 3 „Tischlein deck Dich“

Leben Sie selbst stilsichere Tischmanieren vor. Die Grundkenntnisse der Besteck-, Gläser- und Servietten-Sprache sollten Sie als Gastgeber kennen. Ebenso sollten Sie ein festliches Gedeck von einem einfachen Gedeck unterscheiden können.

Planen Sie beim Hauptgang immer eine Auswahl an Fisch, Fleisch, vegetarischen und veganen Gerichten mit ein. Bitten Sie Ihre Gäste in der Einladung auch, Sie darauf hinzuweisen, ob Allergien vorliegen. Machen Sie sich jedoch keinen Stress, alle Allergien berücksichtigen zu wollen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Mein Tipp: Falls Sie sich mit den Tischgepflogenheiten nicht so ganz kennen, besuchen Sie einfach vor wichtigen Events, z.B. einer Hochzeit einen Knigge-Dinner-Kurs.

Tipp Nr. 4 „Der stilsichere Umgang mit den Getränken“

Wenn Sie Getränke selbst ausschenken, empfehle ich Ihnen eine passende Weinauswahl zum Essen vom Getränke- und Weinhändler Ihres Vertrauens zusammenstellen zu lassen.

Wenn Sie Rotwein servieren, sieht das immer schöner aus, wenn dieser elegant dekantiert ist. Wein, Champagner und Sekt sollten auch stilsicher entkorkt werden.

Ein Gläschen in Ehren ist nicht zu verwehren. Achten Sie selbst darauf, dass Sie in der guten Stimmung nicht zu tief ins Glas schauen, damit Sie den Überblick über den Abend behalten.

Bei besonderen Anlässen als Feier in einem guten Restaurant oder Hotel übernimmt diese Aufgabe auch der Sommelier des Hauses.

Tipp Nr. 5 „Die Gäste richtig verabschieden“

Vielleicht kennen Sie das selbst: Sie haben einen schönen Abend verbracht und haben den Abend gemeinsam mit Ihren Gästen sehr genossen. Es gibt jedoch den ein oder anderen Gast, den kein Zeitgefühl hat und nicht versteht, dass es Zeit ist, zu gehen.

Gäste daran zu erinnern, dass der Abend zu Ende ist, ist oft unangenehm, gehört jedoch zum souveränen Auftritt eines stilsicheren Gastgebers dazu.

Nutzen Sie das „5-Stufen-System“, um Gäste stilsicher zu verabschieden:

  1. Verabschieden Sie mit einer kleinen Dankesrede bei den Gästen mit dem dezenten Hinweis, dass sich auch das schönste Beisammensein dem Ende neigt. „Ich bedanke mich, dass Ihr meine Gäste wart und einen geselligen Abend mit mir verbracht habt. Ich freue mich auf unser baldiges Wiedersehen.“
  2. Bieten Sie noch einen letzten Drink an.
  3. Sagen Sie, dass Sie die Rechnung begleichen gehen als dezenten Hinweis zum Aufbruch.
  4. Bieten Sie den Gästen an, den Mantel zu holen, ein Taxi zu rufen und sie an die Tür zu begleiten.
  5. Falls das alles nicht klappt, kommen Sie sachlich und knackig auf den Punkt: „Es war mir eine Freude, dass wir du mein Gast warst, leider geht morgen um 6:00 Uhr mein Flieger, ich denke du hast dafür Verständnis, dass ich unseren Abend jetzt auflösen möchte.“

PS: In der nächste Kolumne geben ich Ihnen Tipps, wie Sie sich elegant in der Rolle als Gast bewegen.

Offline ist das neue sexy!

Endlich, mein Meister und Vorgesetzter überreicht mir meinen ersten eigenen Pager. Über ein halbes Jahr habe ich diesem Gerät hinter gefiebert, habe mit guten Leistungen und Überstunden mir die Anerkennung meiner Vorgesetzten, Kollegen und auch unseren internen Kunden erarbeitet. Wenn man in unserer Firma einen Pager hat, dann ist man wer, dann hat man es geschafft. Ab sofort gehörte ich zur technischen Elite im Unternehmen.
Zur Erklärung für die jüngeren Leser. Wir schreiben das Jahr 1983. Smartphones und Wisch-und-Weg Technologien noch nicht einmal gedanklich in weiter Zukunft absehbar. Der Pager war ein Gerät, das gepiepst hat, wenn man gesucht oder gebraucht worden ist. Sobald der Pager piepste suchte man sich ein festinstalliertes Telefon und rief eine bestimmte vordefinierte Nummer an. An der anderen Leitung meldete sich dann jemand, der Hilfe von einem benötigte. Ich war also extrem stolz einen eigenen Pager zu haben. Doch mit der Zeit änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Immer wenn das Gerät piepste bedeutete das auch zwangsläufig mehr oder zusätzliche Arbeit. Ich hatte ja noch genug zu tun und bei jedem weiteren Piepsen kamen weitere Aufgaben zusätzlich hinzu. Langsam verstand ich mehr und mehr, warum die alteingesessenen Techniker und Ingenieure keine Pager mehr hatten. Kein Pager bedeutete keine zusätzliche Arbeit. Schlagartig änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Man gehört zur wirklichen Elite, wenn man kein Pager mehr hatte. Und so begann ich daran zu arbeiten, dieses Gerät so schnell wie möglich an einen jüngeren Kollegen zu übergeben, was mir auch gelang.

Was ich mit dieser kleinen Geschichte erzählen möchte ist, dass sich die Welt des Strebens nach Anerkennung seither nicht groß verändert hat. Aus dem Pager ist das Smartphone geworden. Mit dem Unterschied, dass man nicht unbedingt mehr von jemanden angerufen werden muss um wichtige Informationen oder Anweisungen zu erhalten. Durch das Smartphone sind wir permanent on. Selbst nach Feierabend, am Wochenende und in den Ferien. Was waren das doch früher für schöne Zeit. 14 Tage Spanien ohne von irgendwelchen Informationen besucht zu werden. Wenn man zurückkam, war man wirklich erholt. Heute bin ich selbst in den Ferien up-to-date. Informationen jederzeit und überall verfügbar. Kein Wunder, dass unser Gehirn nicht abschalten kann und die Zahl der psychisch Kranken von Jahr zu Jahr weiter steigt. Liebe Leserinnen und Leser, gerade weil dieses jetzt im August die Urlaubsausgabe ist, möchte ich Sie daran erinnern, dass man ein Smartphone auch abschalten kann. Sie müssen nicht jederzeit und überall erreichbar sein. Auch Kunden haben mittlerweile verstanden, dass auch Sie, ja genau Sie, Urlaub haben dürfen. Gönnen Sie sich doch ruhig einmal Urlaub von Ihrem Smartphone. Genießen Sie die Natur, das Meer, die Bergluft oder was Sie auch immer noch tun. Gehen Sie einfach mal ausgiebig speisen, ohne Zeitdruck und trinken Sie vielleicht auch ein Schlückchen mehr Wein. Familie, Freunde, Kinder und auch Ihre Gesundheit werden sich freuen. Tun Sie ruhig mal wirklich nichts. Das mache ich nun auch und wünsche Ihnen schöne Ferien. Off sein ist sexy.

www.peterbuchenau.de

Psychiatrie: Längere Fesselungen nur mit Zustimmung des Richters

Dem Bundesverfassungsgericht kann gedankt werden. Vor einigen Tagen hat es eine wichtige Entscheidung für in der Psychiatrie zwangsweise untergebrachte Personen getroffen. Zwar betrifft dies relativ wenige Menschen. Aber jeder sollte auch daran denken, dass er selbst einmal betroffen sein kann.

Es geht um die Fixierung von Menschen mit Fesseln ans Bett. Dabei vor allen um sog. 5-Punkt oder sogar 7-Punkt-Fixierungen. An beiden Armen, Beinen, Bauch, Brust und Stirn. Das bedeutet: der dort liegende Mensch kann sich gar nicht mehr bewegen. Nicht essen, nicht trinken. Er kann sich nicht drehen und vielleicht kollabiert auch sein Atem. Noch nicht einmal kratzen kann er sich.

Ohne jeden Zweifel handelt es sich um den stärksten staatlichen  Eingriff in das Freiheitsrecht, den  man sich überhaupt vorstellen kann. Und bislang wurde er häufig allein von Ärzten beschlossen und durchgeführt. Von einem gerichtlich angeordneten Freiheitsentzug – so die Argumentation – werde die Möglichkeit zur Fesselung und Fixierung mit umfasst.

Dem hat das Verfassungsgericht nun Grenzen gesetzt. Jedenfalls für den Zeitraum von mehr als einer halben Stunde bedarf es  der richterlichen Zustimmung zur Fesselung. Damit ist wenigstens etwas Kontrolle geschaffen. Die etwas vorsichtige Formulierung soll zeigen, dass damit nicht alle Probleme gelöst sind. Denn der Richter wird in der Regel der Sachverhaltsdarstellung und Einschätzung des Arztes folgen. Dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Dazu kommen noch umfassende Pflichten zur Dokumentation der Fesselungen, die auch deren Anordnung in der Praxis einschränken wird.

Ich höre schon einige Stimmen, die das als neues Bürokratiemonster kritisieren werden. Ja, es ist aufwendig. Die Alternative lautet, dass Menschen ohne Kontrolle in ihrer Freiheit maximal eingeschränkt werden könnten. Das wird keiner wollen, der sich vorstellt, Angehörige oder er selbst seien davon betroffen.

Es gibt Misstrauen gegenüber der Psychiatrie. Dagegen hilft nur Transparenz. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass in unseren psychiatrischen Kliniken in Arnsdorf und Großschweidnitz überwiegend gute Arbeit geleistet wird. Den dort tätigen Mitarbeitern kann aber aus Gewohnheit schnell aus dem Blick geraten, dass von ihnen ganz erhebliche Eingriffe in die Freiheit anderer Menschen vorgenommen werden.

Deshalb ist in diesen geschlossenen Anstalten mehr Kontrolle und Transparenz der richtige Weg.

Die Lage – Folge 4

In unserem neuen Format „Die Lage“ greift David Vandeven im Gespräch mit dem Bautzener Rechtsanwalt Arno Glauch verschiedene Themen auf, die sowohl regional von Bedeutung sind, aber auch über den Tellerrand in die weite Welt schauen lassen.

Themen diesmal unter anderem:

  • Der Wolfsmord von Mortka
  • Baustelle wird früher fertig als geplant
  • Personalengpass auf dem Standesamt
  • Kulturhaus Bischofswerda verwaist
  • Wetter weiterhin heiß und trocken

Digitaler Nachlass geht auf Erben über

Der Bundesgerichtshof ( BGH) hat endlich über den digitalen Nachlass entschieden. Ein Thema, bei dem in der Zukunft viel Handlungsbedarf entstehen wird. Erben treten nun auch in der digitalen Welt in alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein. Das Kammergericht in Berlin hatte dies zuvor noch anders gesehen. Die Erben dürfen jetzt auf Online-Konten jeder Art zugreifen. Die Rechte der anderen Kommunikationspartner bei Facebook und sonstigen Plattformen treten so in den Hintergrund. Das war allerdings früher auch schon bei Briefen und Tagebüchern der Fall. Aufzeichnungen und Kommunikation mit höchstpersönlichen Inhalten gehen auf die Erben über.

Dennoch haben Kommunikationspartner zum Beispiel bei intimen Inhalten oder sonstigen berechtigten Interessen einen Anspruch auf Lösung. Diesen müssen sie jetzt bei den Erben geltend machen. Die Erben sind dafür zuständig, sich um alle Angelegenheiten zu kümmern.

Häufig haben  die Erben keine Kenntnis davon, welche Emailkonten überhaupt vorhanden sind. In welchen sozialen Netzwerken war der Verstorbene aktiv? Welche Accounts gibt es, zum Beispiel bei  Einkaufsplattformen ? Digitale Werte gibt es ebenso wie digitale Verpflichtungen. Mancher hat Guthaben bei Bezahldiensten oder Kryptowährungen. Und natürlich kann es auch um Urheber- und sonstige Rechte gehen.

Spätestens bei der Berechnung von Pflichtteilsrechten wird es auch um die Auskunft und Bewertung digitaler Hinterlassenschaften gehen. Allgenmein kann deshalb empfohlen werden, den Erben  eine möglichst vollständige Auflistung derartiger digitaler Bestände an die Hand zu geben.

Die Entscheidung des BGH ist kein Schlusspunkt, sondern der Beginn zahlreicher neuer Fragen im Erbrecht. Wie sollte es anders sein ? Denn die digitale Welt stellt an vielen Stellen unseres Gemeinwesens neue Fragen. Die Gerichte und die Gesetze müssen uns Antworten darauf geben, damit wir uns darauf einrichten und rechtssicher verlassen können.

Kinder erklären, wie wichtig Rauchmelder sind

Am Freitag, dem 13. Juli ist bundesweiter Rauchmeldertag. Das hat sich auch der Kreisfeuerwehrverband Bautzen e.V. zum Anlass genommen, um vermehrt auf die Wichtigkeit von Rauchmeldern aufmerksam zu machen. Denn noch immer werden rund zwei Drittel aller Brandopfer im Schlaf von den Flammen überrascht. Jährlich sterben deshalb mehrere hundert Menschen, weil sie sich nicht mehr rechtzeitig nach dem Brandausbruch in Sicherheit bringen konnten. Und obwohl es bundesweit eine Rauchmelderpflicht gibt, hängt Sachsen bei diesem wichtigen Thema als einziges Bundesland hinterher. Hier sind seit 2016 Rauchmelder nur in Neu- und Umbauten vorgeschrieben – nicht aber in Bestandsbauten. Deshalb sind die Eigentümer selbst für ihren Schutz verantwortlich.

Viele wissen aber gar nicht, wie wichtig ein Rauchmelder ist. Außerdem ist der Umgang mit Rauchmeldern häufig mit vielen Fragen verbunden. Wie funktioniert ein Rauchmelder? Wie und wann muss er gewartet werden? Welche Arten von Rauchmeldern gibt es und welche sind für die eigenen Zwecke am besten geeignet?

Der Kreisfeuerwehrverband Bautzen möchte nun dazu anregen, sich genau mit diesen Themen zu beschäftigen. Dazu wurde jetzt ein professionelles Video angefertigt, bei dem wieder Kinder im Mittelpunkt stehen.Denn schon im vergangenen Jahr gelang dem Team des KFV Bautzen gemeinsam mit dem Fotografen und Filmemacher Rico Löb aus Pulsnitz der Durchbruch mit dem Video „Rettungsgasse? Kinderleicht!“. In Zusammenarbeit mit der Kita Spatzennest aus Pulsnitz wurde im April damit begonnen, das Video zum Thema Rauchmelder zu drehen. Zuvor besuchte man gemeinsam mit der Feuerwehr Pulsnitz die Kita und erklärte den Kindern, wie gefährlich Brandrauch ist und wie wichtig deshalb Rauchmelder sind. Anschließend ließ man die Kinder das Gelernte vor der Kamera erzählen. Mit einer Nebelmaschine wurde am zweiten Drehtag eine Holzhütte auf dem Kita-Gelände verqualmt. Das war für die Kinder ein weiteres Highlight, da man hier völlig ungefährlich das Verhalten von Rauch sehen konnte. Im fertigen Film ist zu sehen, wie die Kinder aus der völlig verrauchten Hütte fliehen und sich dank des Rauchmelders in Sicherheit bringen können.

Veröffentlicht werden soll das Video wieder im Internet und in den sozialen Netzwerken. Auch eine Ausstrahlung im TV und anderen Medien ist möglich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an presse@kfv-bautzen.de

Gesetzliche Änderungen ab Juli 2018

Nicht nur zu Jahresbeginn gibt es immer wieder zahlreiche Gesetzesänderungen. Auch zur Jahresmitte im Juli ist das häufig der Fall. Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf einige Neuerungen stichwortartig einzugehen. Jede/r möge dann prüfen, ob das Thema sie oder ihn angeht und dann weiteres in Erfahrung bringen:

  • Die Pauschalreise ist neu geregelt. Vor der Buchung muss nun über alles wesentliche informiert werden. Die Verjährungszeit bei Reisemängeln ist auf 2 Jahre verlängert. Veranstalter müssen bei Reisestornierung durch den Kunden ihre Entschädigungsansprüche begründen.
  • Die Altersrenten steigen über 3 %. Im Juli 2024 sollen sie zwischen Ost und West endlich angeglichen sein.
  • Die Leistungen für Kriegsopfer des 2. Weltkriegs und ihrer Hinterbliebenen steigen.
  • Für künstliche Befruchtungen ab dem 01. Juli 2018 gibt es ein Samenspendenregister. Nach einer Geburt oder möglichen Geburt werden die Daten von Spender und Empfängerin gespeichert. Ein durch die Befruchtung vermutlich  gezeugtes Kind kann später Auskunft erhalten.
  • Auf der Verpackung  bestimmter Schmerzmitteln – Analgetika – wie Ibuprofen , Paracetamol und Diclofenac müssen nun Warnhinweise wegen gefährlicher Nebenwirkungen bei längerem Gebrauch stehen.
  • Die LKW-Maut wird nun auch auf allen Bundestraßen erhoben. Das gilt für alle LKW über 7,5 Tonnen.
  • Für die Gesellschafterlisten einer GmbH gelten neue Vorgaben, wobei auch Angaben zur prozentualen Beteiligung erforderlich werden.
  • Versicherungen mit Überschussbeteiligungen  ( Lebensversicherung oder private Krankenversicherung ) müssen ihre Kunden ausführlicher informieren.
  • Wertpapierunternehmen müssen ihre Kunden nun auch über die im Rahmen des Wertpapierhandels entstehenden Kosten und Nebenkosten informieren.
  • In zivilrechtlichen Verfahren können unterlegene Personen weiterhin nur dann Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einlegen, wenn der Nachteil mindestens 20.000,00 Euro beträgt. Diese Wertgrenze sollte schon lange wegfallen, gilt nun aber bis Ende 2019 fort.

Horst Seehofer – Führungsintelligenz statt Merkel-Raute

Aus den Medien sind die beiden Hauptdarsteller Angela Merkel und Horst Seehofer gerade in den letzten Tagen nicht mehr weg zu denken. Vom andauernden Streit zwischen CDU und CSU in der Asyl-Politik bis hin zum angebotenen Rücktritt des CSU-Chefs Horst Seehofer sieht und liest man tagtäglich über Deutschlands Regierungsspitze.

Während die Merkel-Raute unserer Bundeskanzlerin als nonverbales Regierungsinstrument stetig zum Einsatz kommt, hält Horst Seehofer dagegen an klaren Linien als Verhandlungsstrategie fest. Er stellt hohe und sicherlich auch teils überzogene Forderungen, setzt konkrete Zeitlimits, ist jederzeit zu Verhandlungen und persönlichen Treffen bereit. Auch droht Seehofer nicht nur mit möglichen (auch mehreren) Konsequenzen, sondern führt diese auch gnadenlos aus – man nehme als Beispiel hierfür den angebotenen Rücktritt. Durch das Entwerfen dieser Szenarien baut der Bundesinnenminister enormen Druck und damit einen überhöhten Stressfaktor bei seiner Gegenseite aus.

Doch es war schon immer so – wer viel will und fordert, der wird erstmal ordentlich von Presse und Bevölkerung angegriffen (für alle Sach- und Fachverständigen sowie die Google-Nutzer: argumentum ad hominem) und deshalb ins Unrecht gesetzt.

Dabei beweist gerade Horst Seehofer mit seiner Strategie und seinen klaren Linien ein ausgeprägtes Verhandlungsgeschick und eine hohe Motivationsfähigkeit der eigenen Reihen. Laut dem Frankfurter Institut für Führung im digitalen Zeitalter – in dem wir uns ohne Frage bereits seit geraumer Zeit befinden – sind genau dies die Kernkompetenzen von Führungskräften der Zukunft.

Peter Buchenau, Autor und Initiator der Chefsache Buchserie im Springer Verlag und Kurt-Georg Scheible, Deutschlands führender Verhandlungsexperte, nennen das vereinfacht Führungsintelligenz. „Unternehmer-Persönlichkeiten sind die Rebellen der Neuzeit. Daher ist es erforderlich, Werte wie Mut, Kreativität und Idealismus zu fördern und respektvoll anzuerkennen“, so Kurt-Georg Scheible. Beide Experten sind sich einig, dass Horst Seehofer genau dieser Rebell ist. Peter Buchenau siehst ebenso noch einen anderen Aspekt der Führungsintelligenz bei Seehofer: „Er arbeitet für den Erfolg seiner Mitarbeiter, für den Erfolg von Deutschland – er unterstützt das Land auf dem Weg zum Erfolg. Genau das ist Führungsintelligenz!“