Heisszeit statt Eiszeit

Kennen Sie noch den Song von Rudi Carrell? „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war. Mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr!“
Wie wahr. Der Sommer 2017 war wirklich verregnet und kaum scheint mal die Sonne über einen Zeitraum von 3 Wochen, mit Temperaturen tagsüber von konstant über 30 Grad, ist es auch nicht recht. Egal wie das Wetter ist, immer hat irgendjemand etwas am Wetter auszusetzen. Zeitungen und Wissenschaftler sprechen von einer zukünftigen Heißzeit und verbreiten klimatechnisch Panik.
Richtig ist, wir werden eine Heißzeit bekommen, wenn wir Menschen nicht umdenken. Ich aber möchte die Heißzeit nicht nur auf das Klima beschränken. Wir wissen doch schön längst, dass wir den CO2-Ausstoß massiv reduzieren und unsere Energiesysteme so schnell wie möglich von Kohlenstoff befreien müssen. Wir wissen doch schon längst, dass wir nicht mehr die Wälder abholzen, um etwa neue Ackerflächen zu erschaffen sollen, da Wälder und andere Naturgebiete derzeit etwa ein Viertel unseres CO2-Ausstoßes ausgleichen. Ich möchte die Heißzeit auf viele andere Lebenswichtige Bereiche ausweiten. So unter anderem auf die voranschreitende Digitalisierung. Was wird passieren, wenn in den nächsten 10 Jahren die Arbeitsplatzgarantien der Gewerkschaften auslaufen und Millionen von Jobs vom Roboter übernommen werden? Was wird passieren, wenn diese von der Arbeit freigesetzten Mitarbeiter auf der Straße stehen? Oder was passiert, wenn Donald Trump weiter in der jetzigen Art und Weise nur bis an seine Staatsgrenzen denkt? Wie sagte neulich ein deutscher Komiker: „Dummheit kennt keine Grenzen. Doch Kanada und Mexiko.“ Was passiert, wenn die Bildungspolitik in Deutschland weiter stagniert und wir von sogenannten Drittländern in Wissen und Technik überholt werden? Was passiert, wenn wir die Zuwanderungsproblematik nicht endlich gelöst bekommen? Heißzeiten wird es daher in Zukunft genügend geben.
Was mich aber am meisten verärgert ist die mangelnde Einsicht, eine wirkliche Veränderung einleiten zu wollen. Absichtserklärungen, wie man könnte, man sollte, man müsste, entstehen an jeder Ecke. Doch wer macht wirklich? Leider ist es so, dass die meisten Menschen immer noch zu gut in ihrer Komfortzone leben und keinen wirklichen Grund zur Veränderung sehen. Menschen sind von Grunde auf Veränderungsverhinderer und Präventionsmuffel. Sie lieben das Stete, das gibt Ihnen scheinbare Sicherheit. Es war schon immer einfacher mit dem Strom zu schwimmen als gegen den Strom. Aber nur der Fisch, der gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle.
Die Erfahrung zeigt, dass wir Menschen in der Regel erst veränderungsbereit sind, wenn das Kind schon in den besagten Brunnen gefallen ist. Wenn das nicht mehr abzuwendende Unglück passiert ist. Dann wird schnell überall nach Schuldigen gesucht. Schuld sind immer die anderen, nur nicht man selbst. Doch Handeln, Tun, Machen kann jeder von uns. Werden Sie aktiv, denn heiße Zeiten stehen uns bevor.

Stilvolle Tischmanieren Teil 1 „So punkte ich als Gastgeber“

Stilvolle Tischmanieren kommen nie aus der Mode. Meine nächste Kolumne widme ich als 3-Teiler dem Thema „Tischmanieren – Tischsitten – Restaurant Knigge“.

Gutes Benehmen macht einfach Spaß und wirkt sympathisch. Wer die Etikette kennt, kann in bestimmten Situationen damit auch locker umgehen und passt sich damit automatisch an die Gesellschaft an.

„Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, sollte sich ihren Gebräuchen unterwerfen, weil sie mächtiger sind als er.“ (Adolph Freiherr von Knigge)

Wussten Sie eigentlich, dass es schon vor 4500 Jahren eine hohe Tugend war, die Etikette bei Tisch zu kennen? Zu Zeiten des ägyptischen Königs Asosi verfasste dessen höchster Verwaltungsbeamter und oberster Richter Ptahhotep das Regelwerk „Weisheitslehre“, welches auch die Regeln bei Tisch enthielt.

Durch die vielen Kreuzzüge kamen die ersten Tischregeln auch nach Mitteleuropa.

Die Wurzeln der „deutschen“ Tischetikette haben wir jedoch dem französischen Sonnenkönig zu verdanken. Er hatte seinen Tag bis ins letzte Detail „durchgeplant“ und alle Abläufe bei Hof – auch zu Tisch – protokolliert und reglementiert.

Stilvolle Tischmanieren fangen beim Gastgeber selbst an. Dennoch sind viele Menschen in der Rolle als Gastgeber oft verunsichert, um diese „Rolle“ galant zu meistern.

Wer die Etikette-Regeln als Gastgeber kennt, führt seine Gäste stilsicher durch den Abend, den Tag oder den besonderen Event. Das Wohlfühlen der Gäste steht immer an erster Stelle. Als Gastgeber sind Sie der Regisseur, der seine Gäste galant führt.

„Ohne gutes Essen, guten Wein und gute Freunde kann man nicht feiern.“ (Vico von Bülow)

Damit sich Ihre Gäste rundum wohl fühlen, sollten Sie 5 wichtige Punkte beachten:

Tipp Nr. 1 „Das gekonnte Einladungsmanagement“

Einladungen auszusprechen ist oft schwieriger als getan. Dazu gehören viele Überlegungen im Vorfeld dazu: wozu spreche ich die Einladung aus, wer versteht sich gut oder weniger gut mit den anderen Gästen, wo will ich feiern und möchte ich überhaupt Geschenke haben.

Eine sorgfältige Planung erleichtert vieles im Leben; so ist es auch bei Veranstaltungen. Dazu gehört auch, sich im Vorfeld Gedanken über den Anlass und die Uhrzeit zu machen.

Zu den klassischen Uhrzeiten für Einladungen zählen:

  • 11:00 Uhr für Empfänge (z.B. Jubiläum oder Taufe)
  • 12:00 Uhr für das klassische Mittagessen
  • 16:00 Uhr für die Einladung zum Kaffee (z.B. Geburtstag)
  • 18:00 Uhr für den Abendempfang (z.B. beim After-Work)
  • 19:00 Uhr für das Abend-Essen (z.B. Gala-Dinner)

Auf eine ordentliche Einladung gehören folgende Punkte:

  • Die persönliche Anrede der Adressaten in der Anrede und im Briefkopf. Ich empfehle Einladungen immer handschriftlich auf einem hochwertigen Papier zu verfassen.
  • Definieren Sie in der Einladung folgende Dinge klar und deutlich: den Ort der Veranstaltung, die Zeiten, den Anlass, kurze Details über die Veranstaltung sowie den Dress-Code. Sprechen Sie auch Empfehlungen für Übernachtungen (Hotels in der Nähe) und die Anreise (z.B. Bahnhof und Taxi-Nummer) aus.
  • Bitten Sie zur Planung Ihrerseits unbedingt um eine Antwort zur Planung und geben Sie dafür ein festes Datum vor.

Tipp Nr. 2 „Galant durch den Event führen“

Gastgeber sein will gelernt sein. Es gibt doch nichts Schöneres als einen gelungenen Abend mit zufriedenen Gästen zu verbringen, wo sich jeder Gast gerne an den Abend zurückerinnert.

Machen Sie alle Gäste miteinander bekannt und platzieren Sie nur Gäste nebeneinander, wo Sie auch wirklich wissen, dass diese auch Gemeinsamkeiten beim Small-Talk haben.

Sie „bestimmen“ die Regeln des Abends, egal ob Sie zuhause feiern oder im Restaurant. Empfangen Sie jeden Gast persönlich und begleiten Sie ihn zu seinem Platz. Sie können für diese ehrenvolle Aufgabe auch eine Vertrauensperson auswählen, die Ihnen behilflich ist.

Zeigen Sie den Gästen, wo sich die Garderobe und die Waschräume befinden. Nehmen Sie den Gästen auch gerne den Mantel ab, indem Sie fragen „Darf ich Ihnen behilflich sein?“ Bei größeren Festen empfehle ich eine Person, die sich als Guest Relation Manager wie in der Hotellerie um die Gäste kümmert.

Die berühmte Tisch- und Sitzordnung wirft oft Fragen oder Missverständnisse, wenn nicht sogar „Ärger“ unter den Gästen auf.

„Eine vollendete Gastgeberin erkennt man daran, dass sie alle bevorzugt und niemanden benachteiligt.“ (Vico von Bülow)

Damit sich keiner Ihrer Gäste benachteiligt fühlt, empfehle ich Ihnen folgenden Trick: Benennen Sie die Tischnamen mit Städtenamen, Blumennamen oder lustigen Anekdoten / Märchen.

Tipp Nr. 3 „Tischlein deck Dich“

Leben Sie selbst stilsichere Tischmanieren vor. Die Grundkenntnisse der Besteck-, Gläser- und Servietten-Sprache sollten Sie als Gastgeber kennen. Ebenso sollten Sie ein festliches Gedeck von einem einfachen Gedeck unterscheiden können.

Planen Sie beim Hauptgang immer eine Auswahl an Fisch, Fleisch, vegetarischen und veganen Gerichten mit ein. Bitten Sie Ihre Gäste in der Einladung auch, Sie darauf hinzuweisen, ob Allergien vorliegen. Machen Sie sich jedoch keinen Stress, alle Allergien berücksichtigen zu wollen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Mein Tipp: Falls Sie sich mit den Tischgepflogenheiten nicht so ganz kennen, besuchen Sie einfach vor wichtigen Events, z.B. einer Hochzeit einen Knigge-Dinner-Kurs.

Tipp Nr. 4 „Der stilsichere Umgang mit den Getränken“

Wenn Sie Getränke selbst ausschenken, empfehle ich Ihnen eine passende Weinauswahl zum Essen vom Getränke- und Weinhändler Ihres Vertrauens zusammenstellen zu lassen.

Wenn Sie Rotwein servieren, sieht das immer schöner aus, wenn dieser elegant dekantiert ist. Wein, Champagner und Sekt sollten auch stilsicher entkorkt werden.

Ein Gläschen in Ehren ist nicht zu verwehren. Achten Sie selbst darauf, dass Sie in der guten Stimmung nicht zu tief ins Glas schauen, damit Sie den Überblick über den Abend behalten.

Bei besonderen Anlässen als Feier in einem guten Restaurant oder Hotel übernimmt diese Aufgabe auch der Sommelier des Hauses.

Tipp Nr. 5 „Die Gäste richtig verabschieden“

Vielleicht kennen Sie das selbst: Sie haben einen schönen Abend verbracht und haben den Abend gemeinsam mit Ihren Gästen sehr genossen. Es gibt jedoch den ein oder anderen Gast, den kein Zeitgefühl hat und nicht versteht, dass es Zeit ist, zu gehen.

Gäste daran zu erinnern, dass der Abend zu Ende ist, ist oft unangenehm, gehört jedoch zum souveränen Auftritt eines stilsicheren Gastgebers dazu.

Nutzen Sie das „5-Stufen-System“, um Gäste stilsicher zu verabschieden:

  1. Verabschieden Sie mit einer kleinen Dankesrede bei den Gästen mit dem dezenten Hinweis, dass sich auch das schönste Beisammensein dem Ende neigt. „Ich bedanke mich, dass Ihr meine Gäste wart und einen geselligen Abend mit mir verbracht habt. Ich freue mich auf unser baldiges Wiedersehen.“
  2. Bieten Sie noch einen letzten Drink an.
  3. Sagen Sie, dass Sie die Rechnung begleichen gehen als dezenten Hinweis zum Aufbruch.
  4. Bieten Sie den Gästen an, den Mantel zu holen, ein Taxi zu rufen und sie an die Tür zu begleiten.
  5. Falls das alles nicht klappt, kommen Sie sachlich und knackig auf den Punkt: „Es war mir eine Freude, dass wir du mein Gast warst, leider geht morgen um 6:00 Uhr mein Flieger, ich denke du hast dafür Verständnis, dass ich unseren Abend jetzt auflösen möchte.“

PS: In der nächste Kolumne geben ich Ihnen Tipps, wie Sie sich elegant in der Rolle als Gast bewegen.

Offline ist das neue sexy!

Endlich, mein Meister und Vorgesetzter überreicht mir meinen ersten eigenen Pager. Über ein halbes Jahr habe ich diesem Gerät hinter gefiebert, habe mit guten Leistungen und Überstunden mir die Anerkennung meiner Vorgesetzten, Kollegen und auch unseren internen Kunden erarbeitet. Wenn man in unserer Firma einen Pager hat, dann ist man wer, dann hat man es geschafft. Ab sofort gehörte ich zur technischen Elite im Unternehmen.
Zur Erklärung für die jüngeren Leser. Wir schreiben das Jahr 1983. Smartphones und Wisch-und-Weg Technologien noch nicht einmal gedanklich in weiter Zukunft absehbar. Der Pager war ein Gerät, das gepiepst hat, wenn man gesucht oder gebraucht worden ist. Sobald der Pager piepste suchte man sich ein festinstalliertes Telefon und rief eine bestimmte vordefinierte Nummer an. An der anderen Leitung meldete sich dann jemand, der Hilfe von einem benötigte. Ich war also extrem stolz einen eigenen Pager zu haben. Doch mit der Zeit änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Immer wenn das Gerät piepste bedeutete das auch zwangsläufig mehr oder zusätzliche Arbeit. Ich hatte ja noch genug zu tun und bei jedem weiteren Piepsen kamen weitere Aufgaben zusätzlich hinzu. Langsam verstand ich mehr und mehr, warum die alteingesessenen Techniker und Ingenieure keine Pager mehr hatten. Kein Pager bedeutete keine zusätzliche Arbeit. Schlagartig änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Man gehört zur wirklichen Elite, wenn man kein Pager mehr hatte. Und so begann ich daran zu arbeiten, dieses Gerät so schnell wie möglich an einen jüngeren Kollegen zu übergeben, was mir auch gelang.

Was ich mit dieser kleinen Geschichte erzählen möchte ist, dass sich die Welt des Strebens nach Anerkennung seither nicht groß verändert hat. Aus dem Pager ist das Smartphone geworden. Mit dem Unterschied, dass man nicht unbedingt mehr von jemanden angerufen werden muss um wichtige Informationen oder Anweisungen zu erhalten. Durch das Smartphone sind wir permanent on. Selbst nach Feierabend, am Wochenende und in den Ferien. Was waren das doch früher für schöne Zeit. 14 Tage Spanien ohne von irgendwelchen Informationen besucht zu werden. Wenn man zurückkam, war man wirklich erholt. Heute bin ich selbst in den Ferien up-to-date. Informationen jederzeit und überall verfügbar. Kein Wunder, dass unser Gehirn nicht abschalten kann und die Zahl der psychisch Kranken von Jahr zu Jahr weiter steigt. Liebe Leserinnen und Leser, gerade weil dieses jetzt im August die Urlaubsausgabe ist, möchte ich Sie daran erinnern, dass man ein Smartphone auch abschalten kann. Sie müssen nicht jederzeit und überall erreichbar sein. Auch Kunden haben mittlerweile verstanden, dass auch Sie, ja genau Sie, Urlaub haben dürfen. Gönnen Sie sich doch ruhig einmal Urlaub von Ihrem Smartphone. Genießen Sie die Natur, das Meer, die Bergluft oder was Sie auch immer noch tun. Gehen Sie einfach mal ausgiebig speisen, ohne Zeitdruck und trinken Sie vielleicht auch ein Schlückchen mehr Wein. Familie, Freunde, Kinder und auch Ihre Gesundheit werden sich freuen. Tun Sie ruhig mal wirklich nichts. Das mache ich nun auch und wünsche Ihnen schöne Ferien. Off sein ist sexy.

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Azubi Knigge – Teil 1 „So integrieren Sie sich als Azubi perfekt ins Team“

Liebe Azubis,

die Schule ist vorbei und bald steht ein neuer Lebensabschnitt vor der Tür. Ich erinnere mich selbst noch zu gut an meinen Berufseinstieg als Kauffrau vor 20 Jahren. Der Einstieg war nett, aber ich hätte mir damals trotz meines guten Selbstbewusstsein, wo ich mich durchgesetzt habe, nicht ausgenutzt zu werden, einen Mentor an meiner Seite gewünscht.

Heute unterstütze ich Azubis dabei, mit sich Werten und Umgangsformen im Business-Alltag auseinander zu setzen und von Anfang an ein wertgeschätzter Mitarbeiter im Team zu sein.

„Nur wer die Spielregeln kennt, kann auch gewinnen.“ (Internationales Business-Gesetz)

Nutzen Sie meine 5-Punkte-Checkliste für Ihren perfekten und erfolgreichen Start ins Berufsleben. So können Sie von Anfang an punkten, machen sich beliebt und integrieren sich durch einen guten 1. Eindruck perfekt ins Team.

Tipp Nr. 1 „Pünktlichkeit ist die Tugend der Könige.“

Den Arbeitsvertrag haben Sie in der Tasche, doch haben Sie beim Vorstellungsgespräch genau nachkalkuliert, wie lange Sie von der Wohnung bis zu Ihrer Arbeitsstätte brauchen? Zugfahrpläne ändern sich auch und es gibt auch Baustellen. Nehmen Sie sich die Zeit und überprüfen Sie 1-2 Wochen vor Ausbildungsbeginn noch einmal genau, wie viel Zeit Sie zu Ihrer neuen Arbeitsstätte brauchen. Fahren Sie die Strecke bei angemessener Entfernung noch einmal ab. Der 1. Eindruck zählt und es ist einfach peinlich, wenn Sie am 1. Arbeitstag gleich unpünktlich sind.

Planen Sie für die Anreise am 1. Tag lieber einen Zug früher ein. So wissen Sie genau, wie viel Zeit von der Bahn oder Bushaltestelle auch als Fußweg bis zu Ihrer Ausbildungsstätte oder Abteilung benötigen. Die verbleibende Wartezeit vor Ort können Sie wunderbar für einen kleinen Spaziergang nutzen. So bauen Sie automatisch Ihre innere Anspannung ab und können sich entspannt Ihren neuen Kollegen präsentieren.

Wichtiger Hinweis für den 1. Tag: Melden Sie sich 10-15 Minuten vor Arbeitsbeginn beim Personalreferat oder bei der Sekretärin an. Dort warten Sie geduldig, bis Ihnen jemand zur Begrüßung und Einweisung zugeteilt wird. Kommen Sie nicht schon 30 Minuten früher, das kann Ihr Gegenüber in Anspannung bringen, weil die Person oft noch mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Tipp Nr. 2 „So punkten Sie beim Begrüßen und punkten mit der Selbstvorstellung.“

Leider grüßen Sie viele Menschen andere Menschen nicht mehr. Die Anonymität mit Kopfhörern durch die Gegend zu laufen ist scheinbar cooler. Wenn Sie so in der Firma oder vor der Firma auftauchen, können Sie schnell komisch angeschaut werden. Im Berufsleben wird eine andere Sprache gesprochen wie in der Schule.

Mein Tipp: Grüßen Sie von sich aus Ihre neue Kollegen, die Sie im Firmengelände treffen. Selbst wenn der Gruß nicht unbedingt erwidert wird, so zeigen Sie Sie, dass Ihnen Stil und Etikette wichtig sind. Begrüßt wird Sie bitte nicht mit „Hallo“ oder „Moin Moin“,  sondern mit einem freundlichen Tagesgruß wie „Guten Tag“.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Grüßen und Begrüßen? Gegrüßt wird aus der Ferne mit einem angemessene Tagesgruß. Beim Begrüßen schauen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen, lächeln Sie, grüßen mit Präsenz in der Körperhaltung und warten ab, bis der anderen Ihnen die Hand anbietet.

Gerade in kleinen Betrieben oder wenn in bestimmten Branchen viel los ist, werden Sie nicht immer dass Glück haben, dass Ihnen am Einführungstag (1. Arbeitstag) ein Mitarbeiter an die Seite gestellt wird, um Sie einzuarbeiten und dem Team vorzustellen.

Oft werden Sie wie das bei mir damals war, nur einem Mitarbeiter in der Abteilung, wo Sie zunächst eingesetzt werden, vorgestellt und dann ins „kalte Wasser geworfen“.  Ergreifen Sie selbstbewusst von sich aus die Initiative und stellen Sie sich selbst korrekt vor. „Mein Name ist Janine Katharina Pötsch. Ich bin die Auszubildende als Kauffrau und für freue ich mich, Sie in der nächster Zeit in Ihrer Abteilung zu unterstützen“.

Mein Tipp: Oftmals werden Sie von den Kollegen ungefragt „geduzt“ – bitte duzen Sie niemals zurück. Haben Sie Schwierigkeiten, sich Namen zu merken? Dann schreiben Sie sich die Namen Ihrer neuen Kollegen in ein kleines Notizbuch. So können Sie sich die Namen besser und schneller einprägen.

Tipp Nr. 3: „Kleidung und das äußere Erscheinungsbild ist nonverbale Kommunikation.“

Kleidung ist immer Kommunikation und Wertschätzung – mir selbst und anderen gegenüber. Kleider machen Leute und jede Branche hat Ihre eigenen – oft ungeschriebenen – Dresscodes.

Mein Tipp: Wenn Sie unsicher sind, was Sie anziehen sollen, schauen Sie sich vor dem 1. Arbeitstag auf der Webseite der Firma um. Dort sehen Sie, wie Mitarbeiter dargestellt werden. Overdressed und underdressed kommt in Ihrer Funktion als Azubi nie gut an.  Achten Sie auf saubere, gepflegte und gebügelte Kleidung, ohne kaputte Knöpfe oder sichtbaren Saum.

Mein Tipp für junge Frauen: Wählen Sie für den 1. Arbeitstag eine Hose, die weder zu weit noch zu eng ist.  Achten Sie auf frisch gewaschene Haare, ein leichtes Tages Make-up sowie ein schlichtes Oberteil ohne großen Ausschnitt und ohne sichtbare Unterwäsche. Weniger ist mehr – das gilt beim Schmuck genauso wie beim Parfüm.

Mein Tipp für junge Herren: Tragen Sie eine schlichte Hose und keine zerschlissene Jeans und saubere Schuhe und einen ordentlichen Gürtel in der Hose. Achten Sie darauf, dass Sie frisch rasiert sind, auch im Nackenbereich.

Tipp Nr. 4: „Das 1×1 des guten Benehmens – so nutzen Sie kleine Gesten der Aufmerksamkeit von Anfang an.“

Als „Neuer“ werden Sie natürlich von allen Seiten aus beobachtet. Mir fällt in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen auf, dass diese entweder zu selbstbewusst sind – weil Sie nie Grenzen besetzt bekommen haben oder zu angepasst sind. Beide Extreme sind im Berufsleben nicht gerade von Vorteil. Achten Sie auf ein respektvolles und angemessen freundliches Verhalten Ihren Kollegen und Vorgesetzten gegenüber.

Kleine Gesten sind kleine Geschenke der Freundschaft im Beziehungsaufbau mit Kollegen. Oftmals erzielt ein kleiner Aufwand eine große Wirkung und Sie punkten damit enorm bei Kollegen und Vorgesetzten.

Zu den kleinen Aufmerksamkeiten zählen z.B.: Türen aufhalten, Ordner tragen helfen, Gegenstände abnehmen, am Kopierer Vortritt lassen, etwas aufheben, wenn etwas runter gefallen ist oder kleine Botengänge für die anderen Kollegen mit erledigen oder Bitte und Danke sagen als 1×1 des Basis im Umgang miteinander.

Tipp Nr. 5: „Small Talk als Eisbrecher – so lernen Sie die anderen besser kennen.“

„Wer mitspielen will, muss mitreden können.“ (Französisches Sprichwort)

Small Talk ist gar nicht so schwer, wie viele Menschen immer denken. Solange Sie die „Regeln“ beachten, ist der Small Talk der gekonnte Einstieg in das kleine Gespräch im Berufsalltag.  Small Talk setzt echtes Interesse am Gegenüber aus.

Mein Tipp: Stellen Sie offene Fragen, aber fragen Sie den anderen nicht aus. Gerade jetzt zum Berufseinstieg passt das Thema Urlaub am besten. So können Sie anhand der Hobbies Ihre Kollegen besser kennenlernen. Halten Sie eine Themenvielfalt aus aktuellen Geschehen aus der Region, aus dem Umfeld vom Unternehmen bereit, aber vermeiden Sie Themen wie Geld, Politik, Krankheit, Klatsch und Tratsch, Religion und Intimitäten.

Mit Small Talk schaffen Sie ein „Wir“ Gefühl und werden als kommunikativer, sympathischer und interessierter Mensch wahrgenommen.

Ich wünsche Ihnen als Azubi einen erfolgreichen Start ins Berufsleben mit vielen spannenden Erkenntnissen und Lernerfahrungen.

Haben Sie eine Frage? Schreiben Sie mir an info@gekonnt-wirken.de

Ihre Janine Katharina Pötsch
Knigge-Expertin für zeitgemäße Umgangsformen und wertschätzende Kommunikation
www.gekonnt-wirken.de

PS: Ich biete für Firmen oder Institutionen der Weiterbildung auch meine beliebten Azubi-Knigge-Workshops an. Mehr dazu erfahren Sie unter folgendem Link „Azubi Knigge Kurs“.

Inhumane Führungskräfte werden sterben!

„Außendienstmitarbeiter führen, ist wie Flöhe hüten“, so hat sich einer meiner ehemaligen Vorgesetzen einmal geäußert. Hört man sich auf Vertriebskongressen um, ist immer der Außendienstmitarbeiter das Übel. Dieser verkauft nicht zielorientiert, sitzt zu oft im Büro, löst lästige Operationsprobleme, kümmert sich um Lieferdaten, hat zu viel administrativen Unsinn zu erledigen, um nur einige weitere Aussagen zu nennen. Doch warum ist das so? Sind Vertriebsmitarbeiter wirklich so schwer zu führen beziehungsweise zu motivieren? Immer wieder stelle ich in meinen Beratungen und Coachings fest, dass häufig nicht die Vertriebsmitarbeiter das Problem sind, sondern die Vertriebsleiter oder gar die Firmeninhaber selbst. Viele von ihnen haben nie Führung gelernt, sind oft auch weil niemand anderes da war, Vertriebsleiter geworden. Und weil ja von ersten Tag an verkauft werden musste, haben diese Vertriebsleiter auch selten eine Schulung oder gar ein Coaching in Mitarbeiterführung bekommen. Und so erstaunt es nicht, dass während überall von Industrie 4.0 und von Gesellschaft 5.0 gesprochen wird, viele Führungskräfte und nun spreche ich nicht nur die Vertriebsführungskräfte an, nicht über Führung 1.0 hinausgekommen sind.
Dabei ist Führung so einfach. Mein großer Mentor Jorge hat mir vor über 20 Jahren, zu Beginn meiner Führungskarriere im internationalen Umfeld, die Frage gestellt: „Peter, wann ist eine Führungskraft erfolgreich?“. Damals im US-Konzern war ich sehr Zahlenorientiert und meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Natürlich, wenn die Zahlen stimmen, Jorge.“ Darauf hin, warf mich Jorge aus seinem Büro und sagte: „Komm morgen mit einer anderen Antwort wieder!“. Das hatte ich noch nie erlebt. Mein Weg führte immer steil nach oben, kletterte die Karriereleiter immer höher und höher, Sprosse für Sprosse. Und nun so eine Abfuhr? Am nächsten Tag stürmte ich in Jorge Office und sagte sofort: „Jorge, tut mir leid. Meine Antwort war gestern zu schnell und unüberlegt. Natürlich, wir sind eine Aktiengesellschaft und wir als Führungskräfte sind dann erfolgreich, wenn unsere Aktionäre erfolgreich sind.“ Genauso schnell wie ich mein Statement sprach, kam Jorges Antwort: „Geh nach Hause und komme Morgen mit einer anderen Antwort wieder!“. Wow, noch schlimmer. Nicht nur, dass mich Jorge seines Büros verwies, nein heute hat er mich sogar nach Hause geschickt. Ich ging erst einmal in den nächsten Pub und trank ein paar Bierchen über diese wahrhaftig, für mich blamierende Situation. Ich kann Ihnen auch versichern, ich habe in der kommenden Nacht kein Auge zugemacht. Wer in US-Konzernen jemals gearbeitet hat weiß, die nächste Antwort muss sitzen. Sonst würde meine Karriere zu mindestens einen Stillstand bekommen. Als ich am nächsten Morgen zu Jorge ging, entschied ich mich für die Flucht nach vorne. Auch einen Fehler zuzugeben oder um gar Hilfe zu bitten, ist eine Führungseigenschaft. So sagte ich zu Jorge: „Jorge, tut mir leid, hilf mir. Anscheinend bin ich gerade auf einem falschen Weg unterwegs.“ Darauf hin, sagte mir Jorge: „Peter, als Führungskraft bist du dann erfolgreich, wenn alle deine Mitarbeiter erfolgreich sind. Arbeite nie, ich wiederhole nie für deinen eigenen Erfolg. Arbeite immer für den Erfolg deiner Mitarbeiter. Mach jeden deiner Mitarbeiter erfolgreich!“. Diese Lektion, die mir Jorge 1997 erteilte habe ich bis heute nicht vergessen. „Mache, jeden deiner Mitarbeiter erfolgreich!“ wurde zu meinem Leitmotto in all meinen Führungspositionen. Abgewandelt hat diese Aussage eine hohe Zukunftsrelevanz. Das IFiDZ, das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter, hat in einer Langzeitstudie herausgefunden, was die zukünftigen Erfolgsfaktoren der Führung sind. Erstens, eine werteorientierte Sozialkompetenz. Zweitens, exzellentes Verhandlungsgeschick und drittens eine hohe Motivationsfähigkeit. Und sind diese drei zukünftigen Erfolgsfaktoren der Führung nicht in der Aussage von Jorge: „Mache jeden deiner Mitarbeiter erfolgreich!“ vorhanden? Wann machen Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich?

www.peterbuchenau.de (Bild: Winfried Mausolf)

 

Älter werden, nein Danke!

Wagen wir einen kleinen Zeitsprung in die Zukunft. Sie sind etwas älter geworden, sind nicht mehr körperlich so beweglich aber geistig noch top fit. Sie stehen im Schlafanzug am Fenster Ihres Zimmers und blicken in die weiter Ferne. Am Horizont geht gerade die Sonne auf. Ihre Gedanken sind bei Ihren beiden Kindern, welche in der digitalen Welt Karriere gemacht haben und sehr gutes Geld verdienen. Sie sind sehr stolz auf sie. Sie kommunizieren mit Ihren Kindern regelmäßig via der neusten Google Brille oder mit einer hoch modernen Kommunikationstechnologie. Gerne hätten Sie Ihre Kinder mal wieder real gesehen, die Beiden in den Arm genommen und einfach mal nur gedrückt und festgehalten. Seit dem letzten Mal sind Jahre vergangen. Das bedrückt Sie, macht Sie traurig. Tränen kullern über Ihr Gesicht.
Es klopft an der Tür und Zora Ihre Pflegekraft betritt den Raum. Sie begrüßt Sie freundlich, geht zum Fenster, öffnet es. Frische Luft strömt herein. Darauf macht Zora Ihr Bett, richtet das Frühstück, schenkt Ihnen frischen Orangensaft nach und reicht Ihnen Ihre Medikamente. Mit einem kurzen Smalltalk über Wetter und Sport verabschiedet sich Zora wieder und verlässt den Raum. Die Tränen in Ihrem Gesicht hat Zora nicht gesehen. Denn Zora ist krank. Zora leidet an humaner Inkompetenz. Zora ist ein Roboter. Zukunft oder Realität?

Realität. Zora ist im Jahr 2016 auf der Pariser Gesundheitsmesse vorgestellt worden. Werden wir künftig von Roboter gepflegt oder gar operiert? Diese Frage muss mit einem ganz klaren „JA“ beantwortet werden. Gemäß einer Studie der Porsche Consulting Group aus dem Jahr 2017 gaben 41% der Befragten an, sich vorstellen können, von einem Roboter operiert zu werden. Roboter operieren wesentlich genauer als jede Menschenhand. Noch höher ist die Zahl im Pflegebereich. Dort ergab die Studie das 56% der Befragten angaben, sich auch von einem Roboter pflegen zu lassen. Das erstaunt nicht. In Baden-Württemberg und NRW zum Beispiel geht die Rechtsprechung davon aus (Urteil des OVG NRW vom 03.07.2009-12 A 2630/70), dass ein Pflegeheim mit bis zu 50, ich wiederhole 50, zu pflegenden Personen nachts von einer Pflegefachkraft betreut werden darf. Nicht auszudenken was passiert, wenn nachts während der Pfleger auf der Toilette verweilt, ein Notfall eintritt oder gar zwei Notfälle zur gleichen Zeit während einer Nachtschicht ungefähr gleichzeitig eintreten. Vielleicht werden Sie sagen, ja aber statistisch gesehen, passiert das so gut wie nie. Nur wer im wahren Leben steht, weiß dass genau in diesen Momenten Murphys Gesetz zuschlägt. Und auch wenn statistisch gesehen, dieser Fall höchst unwahrscheinlich ist, es betrifft immer Menschen. Meist Menschen, die sich nicht wehren oder selbst helfen können, sonst wären Sie nicht im Pflegeheim. Fragt man die Pflegeheimbewohner nach dem Grund, warum Sie lieber von einem Roboter betreut werden möchten, so lautet die Antwort fast immer: „Der Roboter hat Zeit für mich. Nicht so wie mein Pfleger, der von Zimmer zu Zimmer hetzt, sein möglichstes sicherlich im Rahmen seiner Leidenschaft und Berufung tut, aber den gewinnorientierten fast schon menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in manchen Pflegeheimen ausgeliefert ist.“ Laut Deutschem Ärzteblatt liegt Deutschland im internationalem Vergleich beim Pflegeschlüssel im hinteren Teil. Im Jahr 2012 war Deutschland sogar Schlusslicht.
Wie leider in Deutschland üblich, wird seitens der Politik erst gehandelt, wenn vermehrt Todesfälle in Pflegeheimen auftreten werden. Für Präventivmaßnahmen haben weder Regierung noch Pflegeheimbetreiber Zeit. Klar, man beschäftigt sich ja damit ob in der Deutschen Nationalhymne das Wort „Vaterland“ ersetzt werden kann. Ja geht’s noch?
In der Gesellschaft 5.0, wo Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten werden, wird hoffentlich der Pflegenotstand kein Problem mehr sein. Zora und Sofia leben hoch.

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Ich habe ihn verloren

Ich habe ihn verloren.

 

Er ist weg.

Ich habe den Verlust lange Zeit überhaupt nicht bemerkt.

Ich habe ihn deshalb auch nicht vermisst.

Ich weiß nicht, wo ich suchen soll.

Ich weiß nicht, wann ich ihn verloren habe.

Vielleicht steckt er auch in einem dieser unzähligen Umzugkartons, die schon seit Jahren darauf warten, endlich ihren Inhalt wieder los zu werden.

Nein – er ist weg.

Ich glaube, ich werde ihn nicht suchen.

Ich brauche ihn nicht.

Es ging jetzt schon so viele Jahre auch ohne ihn ganz gut.

Falls Du ihn findest: Du kannst ihn behalten.

Ich bin ohne meinen Verstand sehr glücklich.

Joe Orszulik – Experte für innere Stärke

Hypnotiseur – Autor – Redner

Joe Orszulik im Gespräch mit David Vandeven

Joe Orszulik, einer der besten Hypnotiseure Deutschlands, im Gespräch mit David Vandeven auf der Buchmesse in Leipzig.

Hier das komplette Interview:

Joe Orszulik – Experte für innere Stärke

Ihr Unterbewusstsein… Ihr Unbekanntes?

„Der Gedanke scheint frei zu sein, aber im Menschen gibt es viel Mächtigeres, etwas, das den Gedanken leiten kann.“

Ich nenne es das „Unterbewusstsein“. Ihr Unterbewusstsein ist zu 99% dafür verantwortlich, wie Sie Ihr Leben in jedem einzelnen Augenblick erleben, fühlen, denken, wie Sie handeln, wie Sie ganz individuell die Welt wahrnehmen. Ich betrachte das Unterbewusstsein als eine Art „Sammelbecken Ihres bisherigen Lebens“. Alles, was Sie von Ihrem ersten Tage an bis heute erlebt, erfahren und mit Ihren Sinnen wahrgenommen haben, das ALLES wird in Ihrem Unterbewusstsein abgespeichert. Und zwar immer genau so, wie Sie es zum damaligen Zeitpunkt erlebt haben. Daraus resultiert dann Ihr heutiges „Erleben“. Ihre Wahrnehmung Ihres heutigen Lebens ist wie ein Spiegel Ihres Unterbewusstseins.

Es darf Ihnen bewusst sein, dass Ihr Unterbewusstsein NICHT unterscheiden kann zwischen Realität (Sie haben es wirklich erlebt) und fiktiven Ereignissen (wenn Sie sich z.B. einen Film im Fernsehen anschauen).

Auch vergisst Ihr Unterbewusstsein NICHTS, niemals. Seien Sie sehr achtsam, mit was Sie Ihr Unterbewusstsein „füttern“.

Ich möchte Ihnen hier ein tolles Buch zu diesem Thema vorschlagen:

„Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ von Dr. Joseph Murphy

Wie Sie mit dem Werkzeug „Hypnose“ mit Ihrem Unterbewusstein arbeiten können, um voran zu kommen, sich dahin zu ändern, wohin Sie es möchten, das erkläre ich Ihnen gerne persönlich.

Ich wünsche Ihnen noch eine tolle Woche,

Ihr Joe Orszulik – Experte für innere Stärke

Facebook und Selbstrespekt

Selbstrespekt entsteht durch Selbstachtung. Während unseres letzten DIALOG Meetings ging es um Selbstrespekt und wie wir diesen in unserem Alltag zeigen.

Mein Bespiel führte zu Lachern. Immer wieder passiert es, dass mich Menschen per E-Mail mit Herr statt Frau ansprechen. In den letzten Wochen wurde diese Nachlässigkeit für mich zu einem kleinen Ärgernis.

Nachlässigkeit

Ich sollte genannten Interessenten Infomaterial zu unseren Kursen zuschicken. Nachdem das Infomaterial verschickt war, kamen spärliche Rückmeldungen. Das ist normal. Nicht normal finde ich, dass trotz glockenklarer bildhafter Info in unseren Flyern über die Geschlechter von uns Trainern und Coachs, antwortende Führungskräfte mich dennoch weiter mit Herr ansprechen.

Nachlässigkeiten wie diese, die zumeist aufgrund von Zeitmangel und Unachtsamkeit passieren, zeigen, wie wenig Selbstachtung manche Menschen haben. Zweifellos senden wir alle bewusst oder unbewusst Signale an unsere Empfänger. Im Zeitalter der schnellen digitalen Kommunikation sollten wir uns jedoch fragen, inwieweit wir uns blind einer praktischen Technologie unterwerfen.

Sorge tragen

Wir Menschen sind es, die uns die Technologie zunutze machen, nicht umgekehrt. Wir sind es, die Sorge dafür tragen sollten, wie und mit wem wir kommunizieren, statt dies der Vorgabe eines digitalen Templates zu überlassen. Wie wirken wir, wenn wir in Zeiten der Personalisierung in Briefen immer noch solche Faux pas wie im oben beschriebenen Beispiel begehen?

Welchen Stellenwert nimmt das eigene Selbst ein, wenn wir wie eine Maschine in die Keyboardtasten hämmern, nur um Zeit und Energie zu sparen? Wir gehen in große Distanz zum Empfänger, den wir doch eigentlich erreichen möchten?  Schicken wir unsere E-mails an eine Inbox oder an einen Menschen aus Fleisch und Blut?

Algorithmen

Sind wir nicht schon längst dabei, uns den elektronischen und digitalen Hilfsmitteln zu unterwerfen, indem wir sie benutzen, ohne nachzudenken. Der momentane Facebook Skandal ist nur ein kurzlebiger Gipfel des Eisbergs. Hier geht es um Datenklau, ein kriminelles Unterfangen. Jedoch sind wir als Nutzer von Facebook selbst schuld, weil wir uns als Menschen zu wenig selbst achten. Unwissend überlassen wir Algorithmen die Kontrolle über unsere Vernetzung. Mehr noch, wir vernetzen unsere Posts womöglich mit Menschen oder Algorithmen, nur, weil wir es lieben, viele Followers zu haben. Ein „Like“ als oberflächliche Wertschätzung  von anderen erscheint wichtiger als unsere Selbstakzeptanz. So hoffen wir auf den Multiplikator Social Media. Wenn wir unsere Unachtsamkeit oder die anderer einfach so geschehen lassen, sollten wir uns nicht wundern, dass wir umfassendere Vernachlässigungen einfach ignoriert werden. Für mich liegt dies nicht wirklich an der schieren Fülle und den extrem attraktiven Möglichkeiten der Informationstechnologie, sondern an der Indifferenz des Menschen, am Mangel eines bewusst werteorientierten Umgangs mit gegebenen Möglichkeiten.

Verführung

Nach meiner Erfahrung fallen Menschen in atemberaubender Geschwindigkeit jeder Art von Attraktivität zum Opfer. Gerne lassen wir uns  verleiten, verführen, verblenden von Dingen, die mehr Glanz besitzen als Substanz. Zugunsten der Glorie verlassen wir unsere Wertepfade, sofern uns diese bewusst sind. Zugunsten der Bequemlichkeit lassen wir uns einnehmen von verführerischer Einfachheit, zugunsten von Großartigkeit lassen wir uns ein mit „Schall und Rauch“. Sehr gerne verzichten wir zuweilen auf die hohe Komplexität der Vielfalt, schließlich erscheint sie überwältigend. Zu gerne bevorzugen wir Einfachheit.

Genau diese angebliche Einfachheit ist die Versuchung unserer digitalen Welt, welche uns immer mehr Bequemlichkeit verspricht während das komplexe Wissen in den Händen der digitalen Experten ruht. Sie, diese Menschen, sind diejenigen, die uns durch die Kenntnis von Algorithmen steuern können, weil wir, als „Greenhorns“ keine Ahnung haben, wie diese Systeme wirklich funktionieren. Doch keine KI, künstliche Intelligenz, ist einfach so aus Evolution oder Spiritualität entstanden. Sie wird durch Menschen gemacht. Menschen kontrollieren die technologischen Entwicklungen, selbst Algorithmen, die unkontrolliert Information verbreiten, egal ob wertvoll oder totaler Blödsinn.

Es sind Menschen, die Verantwortung über ihre Möglichkeiten übernehmen, nicht engelhafte Feen, Diaboli oder Götter. Wir selbst, als menschliche Bewohner dieser Welt, sind verantwortlich für die werteorientierte Ausschöpfung oder nicht Nutzbarmachung unserer Möglichkeiten. Wir selbst sind es, die uns positive Verbindungen ermöglichen oder Trennung. Wir sind es, die Fähigkeiten ausschöpfen und Ziele für Frieden oder Kampf definieren. Wir sind es, die andere Menschen wegen ihres Glaubens, ihrer Ideologien oder ihrer Lebensphilosophie in unseren Mikrokosmos hereinbitten oder hinausverdammen. Jeder gesunde Mensch hat positive und negative Macht über einen anderen Menschen, wenn der andere es zulässt. Jeder Einzelne sollte ganz genau wissen wofür er sich entscheidet.

Selbstrespekt

Selbstachtung ist die Voraussetzung von Selbstrespekt. Menschen mit Selbstachtung nehmen sich wichtig und ernst. Sie möchten, dass es ihrem Körper, Geist und Seele gut geht. Sie lassen sich nicht leicht vereinnahmen von Gold was glänzt. Stattdessen hinterfragen sie die Dinge. Sie stehen zu ihren eigenen Qualitäten und Leistungen, werten sich weder auf noch ab.

Grenzen setzen und diese anderen Menschen auf höfliche Art und Weise zeigen, zeichnet Menschen mit Selbstrespekt aus. Sie sind sich selbst gegenüber tolerant. Übersteigerter Perfektionismus ist ihnen fremd, denn sie wissen, dass dieser ungesund ist.

Wer mit Selbstrespekt agiert, akzeptiert die Vielfalt in sich. Wir alle sind Diversity. Wer mit Selbstrespekt agiert, hat Einsicht gewonnen. Er entschließt sich mit einer Herz-Hirn-Balance für umsichtiges Agieren und Reagieren und erlaubt sich einen weitsichtigen Standpunkt, von dem aus er in seinen Mikrokosmos schaut.