Heisszeit statt Eiszeit

Kennen Sie noch den Song von Rudi Carrell? „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war. Mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr!“
Wie wahr. Der Sommer 2017 war wirklich verregnet und kaum scheint mal die Sonne über einen Zeitraum von 3 Wochen, mit Temperaturen tagsüber von konstant über 30 Grad, ist es auch nicht recht. Egal wie das Wetter ist, immer hat irgendjemand etwas am Wetter auszusetzen. Zeitungen und Wissenschaftler sprechen von einer zukünftigen Heißzeit und verbreiten klimatechnisch Panik.
Richtig ist, wir werden eine Heißzeit bekommen, wenn wir Menschen nicht umdenken. Ich aber möchte die Heißzeit nicht nur auf das Klima beschränken. Wir wissen doch schön längst, dass wir den CO2-Ausstoß massiv reduzieren und unsere Energiesysteme so schnell wie möglich von Kohlenstoff befreien müssen. Wir wissen doch schon längst, dass wir nicht mehr die Wälder abholzen, um etwa neue Ackerflächen zu erschaffen sollen, da Wälder und andere Naturgebiete derzeit etwa ein Viertel unseres CO2-Ausstoßes ausgleichen. Ich möchte die Heißzeit auf viele andere Lebenswichtige Bereiche ausweiten. So unter anderem auf die voranschreitende Digitalisierung. Was wird passieren, wenn in den nächsten 10 Jahren die Arbeitsplatzgarantien der Gewerkschaften auslaufen und Millionen von Jobs vom Roboter übernommen werden? Was wird passieren, wenn diese von der Arbeit freigesetzten Mitarbeiter auf der Straße stehen? Oder was passiert, wenn Donald Trump weiter in der jetzigen Art und Weise nur bis an seine Staatsgrenzen denkt? Wie sagte neulich ein deutscher Komiker: „Dummheit kennt keine Grenzen. Doch Kanada und Mexiko.“ Was passiert, wenn die Bildungspolitik in Deutschland weiter stagniert und wir von sogenannten Drittländern in Wissen und Technik überholt werden? Was passiert, wenn wir die Zuwanderungsproblematik nicht endlich gelöst bekommen? Heißzeiten wird es daher in Zukunft genügend geben.
Was mich aber am meisten verärgert ist die mangelnde Einsicht, eine wirkliche Veränderung einleiten zu wollen. Absichtserklärungen, wie man könnte, man sollte, man müsste, entstehen an jeder Ecke. Doch wer macht wirklich? Leider ist es so, dass die meisten Menschen immer noch zu gut in ihrer Komfortzone leben und keinen wirklichen Grund zur Veränderung sehen. Menschen sind von Grunde auf Veränderungsverhinderer und Präventionsmuffel. Sie lieben das Stete, das gibt Ihnen scheinbare Sicherheit. Es war schon immer einfacher mit dem Strom zu schwimmen als gegen den Strom. Aber nur der Fisch, der gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle.
Die Erfahrung zeigt, dass wir Menschen in der Regel erst veränderungsbereit sind, wenn das Kind schon in den besagten Brunnen gefallen ist. Wenn das nicht mehr abzuwendende Unglück passiert ist. Dann wird schnell überall nach Schuldigen gesucht. Schuld sind immer die anderen, nur nicht man selbst. Doch Handeln, Tun, Machen kann jeder von uns. Werden Sie aktiv, denn heiße Zeiten stehen uns bevor.

Offline ist das neue sexy!

Endlich, mein Meister und Vorgesetzter überreicht mir meinen ersten eigenen Pager. Über ein halbes Jahr habe ich diesem Gerät hinter gefiebert, habe mit guten Leistungen und Überstunden mir die Anerkennung meiner Vorgesetzten, Kollegen und auch unseren internen Kunden erarbeitet. Wenn man in unserer Firma einen Pager hat, dann ist man wer, dann hat man es geschafft. Ab sofort gehörte ich zur technischen Elite im Unternehmen.
Zur Erklärung für die jüngeren Leser. Wir schreiben das Jahr 1983. Smartphones und Wisch-und-Weg Technologien noch nicht einmal gedanklich in weiter Zukunft absehbar. Der Pager war ein Gerät, das gepiepst hat, wenn man gesucht oder gebraucht worden ist. Sobald der Pager piepste suchte man sich ein festinstalliertes Telefon und rief eine bestimmte vordefinierte Nummer an. An der anderen Leitung meldete sich dann jemand, der Hilfe von einem benötigte. Ich war also extrem stolz einen eigenen Pager zu haben. Doch mit der Zeit änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Immer wenn das Gerät piepste bedeutete das auch zwangsläufig mehr oder zusätzliche Arbeit. Ich hatte ja noch genug zu tun und bei jedem weiteren Piepsen kamen weitere Aufgaben zusätzlich hinzu. Langsam verstand ich mehr und mehr, warum die alteingesessenen Techniker und Ingenieure keine Pager mehr hatten. Kein Pager bedeutete keine zusätzliche Arbeit. Schlagartig änderte sich meine Einstellung zu diesem Gerät. Man gehört zur wirklichen Elite, wenn man kein Pager mehr hatte. Und so begann ich daran zu arbeiten, dieses Gerät so schnell wie möglich an einen jüngeren Kollegen zu übergeben, was mir auch gelang.

Was ich mit dieser kleinen Geschichte erzählen möchte ist, dass sich die Welt des Strebens nach Anerkennung seither nicht groß verändert hat. Aus dem Pager ist das Smartphone geworden. Mit dem Unterschied, dass man nicht unbedingt mehr von jemanden angerufen werden muss um wichtige Informationen oder Anweisungen zu erhalten. Durch das Smartphone sind wir permanent on. Selbst nach Feierabend, am Wochenende und in den Ferien. Was waren das doch früher für schöne Zeit. 14 Tage Spanien ohne von irgendwelchen Informationen besucht zu werden. Wenn man zurückkam, war man wirklich erholt. Heute bin ich selbst in den Ferien up-to-date. Informationen jederzeit und überall verfügbar. Kein Wunder, dass unser Gehirn nicht abschalten kann und die Zahl der psychisch Kranken von Jahr zu Jahr weiter steigt. Liebe Leserinnen und Leser, gerade weil dieses jetzt im August die Urlaubsausgabe ist, möchte ich Sie daran erinnern, dass man ein Smartphone auch abschalten kann. Sie müssen nicht jederzeit und überall erreichbar sein. Auch Kunden haben mittlerweile verstanden, dass auch Sie, ja genau Sie, Urlaub haben dürfen. Gönnen Sie sich doch ruhig einmal Urlaub von Ihrem Smartphone. Genießen Sie die Natur, das Meer, die Bergluft oder was Sie auch immer noch tun. Gehen Sie einfach mal ausgiebig speisen, ohne Zeitdruck und trinken Sie vielleicht auch ein Schlückchen mehr Wein. Familie, Freunde, Kinder und auch Ihre Gesundheit werden sich freuen. Tun Sie ruhig mal wirklich nichts. Das mache ich nun auch und wünsche Ihnen schöne Ferien. Off sein ist sexy.

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Älter werden, nein Danke!

Wagen wir einen kleinen Zeitsprung in die Zukunft. Sie sind etwas älter geworden, sind nicht mehr körperlich so beweglich aber geistig noch top fit. Sie stehen im Schlafanzug am Fenster Ihres Zimmers und blicken in die weiter Ferne. Am Horizont geht gerade die Sonne auf. Ihre Gedanken sind bei Ihren beiden Kindern, welche in der digitalen Welt Karriere gemacht haben und sehr gutes Geld verdienen. Sie sind sehr stolz auf sie. Sie kommunizieren mit Ihren Kindern regelmäßig via der neusten Google Brille oder mit einer hoch modernen Kommunikationstechnologie. Gerne hätten Sie Ihre Kinder mal wieder real gesehen, die Beiden in den Arm genommen und einfach mal nur gedrückt und festgehalten. Seit dem letzten Mal sind Jahre vergangen. Das bedrückt Sie, macht Sie traurig. Tränen kullern über Ihr Gesicht.
Es klopft an der Tür und Zora Ihre Pflegekraft betritt den Raum. Sie begrüßt Sie freundlich, geht zum Fenster, öffnet es. Frische Luft strömt herein. Darauf macht Zora Ihr Bett, richtet das Frühstück, schenkt Ihnen frischen Orangensaft nach und reicht Ihnen Ihre Medikamente. Mit einem kurzen Smalltalk über Wetter und Sport verabschiedet sich Zora wieder und verlässt den Raum. Die Tränen in Ihrem Gesicht hat Zora nicht gesehen. Denn Zora ist krank. Zora leidet an humaner Inkompetenz. Zora ist ein Roboter. Zukunft oder Realität?

Realität. Zora ist im Jahr 2016 auf der Pariser Gesundheitsmesse vorgestellt worden. Werden wir künftig von Roboter gepflegt oder gar operiert? Diese Frage muss mit einem ganz klaren „JA“ beantwortet werden. Gemäß einer Studie der Porsche Consulting Group aus dem Jahr 2017 gaben 41% der Befragten an, sich vorstellen können, von einem Roboter operiert zu werden. Roboter operieren wesentlich genauer als jede Menschenhand. Noch höher ist die Zahl im Pflegebereich. Dort ergab die Studie das 56% der Befragten angaben, sich auch von einem Roboter pflegen zu lassen. Das erstaunt nicht. In Baden-Württemberg und NRW zum Beispiel geht die Rechtsprechung davon aus (Urteil des OVG NRW vom 03.07.2009-12 A 2630/70), dass ein Pflegeheim mit bis zu 50, ich wiederhole 50, zu pflegenden Personen nachts von einer Pflegefachkraft betreut werden darf. Nicht auszudenken was passiert, wenn nachts während der Pfleger auf der Toilette verweilt, ein Notfall eintritt oder gar zwei Notfälle zur gleichen Zeit während einer Nachtschicht ungefähr gleichzeitig eintreten. Vielleicht werden Sie sagen, ja aber statistisch gesehen, passiert das so gut wie nie. Nur wer im wahren Leben steht, weiß dass genau in diesen Momenten Murphys Gesetz zuschlägt. Und auch wenn statistisch gesehen, dieser Fall höchst unwahrscheinlich ist, es betrifft immer Menschen. Meist Menschen, die sich nicht wehren oder selbst helfen können, sonst wären Sie nicht im Pflegeheim. Fragt man die Pflegeheimbewohner nach dem Grund, warum Sie lieber von einem Roboter betreut werden möchten, so lautet die Antwort fast immer: „Der Roboter hat Zeit für mich. Nicht so wie mein Pfleger, der von Zimmer zu Zimmer hetzt, sein möglichstes sicherlich im Rahmen seiner Leidenschaft und Berufung tut, aber den gewinnorientierten fast schon menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in manchen Pflegeheimen ausgeliefert ist.“ Laut Deutschem Ärzteblatt liegt Deutschland im internationalem Vergleich beim Pflegeschlüssel im hinteren Teil. Im Jahr 2012 war Deutschland sogar Schlusslicht.
Wie leider in Deutschland üblich, wird seitens der Politik erst gehandelt, wenn vermehrt Todesfälle in Pflegeheimen auftreten werden. Für Präventivmaßnahmen haben weder Regierung noch Pflegeheimbetreiber Zeit. Klar, man beschäftigt sich ja damit ob in der Deutschen Nationalhymne das Wort „Vaterland“ ersetzt werden kann. Ja geht’s noch?
In der Gesellschaft 5.0, wo Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten werden, wird hoffentlich der Pflegenotstand kein Problem mehr sein. Zora und Sofia leben hoch.

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Führungsfehler (15) – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Tipp 15: Burnout Chefs loben unter keinen Umständen
Lob ist der absolute Erfolgskiller für Produktivität. Wo kämen Sie als Burnout-Chef denn hin, wenn Sie alle Ihre Mitarbeiter für gute Arbeit loben müssten? Diese Zeit haben Sie ja gar nicht. „Danke, das haben Sie gut gemacht!“ Allein dieser Satz kombiniert mit der Vorbereitung, sich der Sachlage bewusst zu machen, sich diesen Satz zu merken, auf den Mitarbeiter zuzugehen, diesen auszusprechen und dann wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzugehen, dauert es minimum 11 Minuten. Es ist ja eine ungewollte unnütze Unterbrechung, wie Sie schon in Tipp 11 erfahren haben. Wissen Sie eigentlich was in 11 Minuten alles passiert? In dieser Zeit werden über 200 Millionen WhatsApp Nachrichten oder 1,5 Milliarden Emails versendet oder über 50 Millionen Suchanfragen in Google und Youtube gestellt. Von den 10 Millionen Entscheidungen im Dating Portal Tinder möchte ich gar nicht erst reden. Sie sehen also, was Ihnen als Burnout-Chef alles entgeht, wenn Sie Mitarbeiter loben und das können Sie sich in Ihrer Position auf keinen Fall leisten. Deshalb loben Sie nie, unter keinen Umständen, nie und nimmer. Ein Lob auszusprechen bringt Ihr Zeitmanagement total aus den Fugen und womöglich schaffen Sie Ihr Arbeitspensum nicht.

Führungsfehler (14) – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Burnout Chefs bringen auf keinem Fall Abwechslung an den Arbeitsplatz!

Eingespielte Prozesse und Routineaufgaben sind Grundvoraussetzungen für eine gesicherte Produktivität. Dadurch werden Fehler minimiert, die Qualität gesteigert, die Kosten reduziert und natürlich die Effizienz erhöht. Was läuft das läuft, das hat schon meine Oma gesagt. Warum also jemanden von einer Aufgabe abziehen, wenn das Abteilungsergebnis oder gar das unternehmerische Ergebnis auf Produktivität und Effizienz ausgerichtet ist? Sie als Burnout-Chef werden doch dafür bezahlt, um positive Resultate zu erwirtschaften. Lassen Sie daher so lange wie möglich Mitarbeiter in bestehenden Aufgaben und Positionen. Sie haben eine lange Einarbeitungszeit in diese Mitarbeiter investiert, haben diese natürlich durch noch erfahrenere Mitarbeiter ausführen lassen, um schließlich nun den Erfolg ernten zu können. Lassen Sie sich nun also nicht die Butter vom Brot nehmen. Und um Langweile ihrer Mitarbeiter müssen Sie sich keine Gedanken machen. Sie wissen ja, das menschliche Gehirn ist in der Regel faul. Das Gehirn sucht sich immer den effizientesten Weg und greift auch auf eingespielte Erfahrungsrituale im menschlichen Körper zurück. Somit sind die eingespielten Erfahrungsrituale des Gehirns und die monotone Arbeit in Unternehmen die beste Kombination für Erholung und Schlaf am Arbeitsplatz. Was können Sie Ihren Mitarbeitern denn besseres bieten als einen ruhigen, entspannten Job, bei dem diese nicht viel denken müssen? So müssen sich Ihre Mitarbeiter nicht um Eigenmotivation, Selbstverwirklichung, Weiterentwicklung und Kreativität kümmern, sondern können erholt und energievoll nach der Arbeit nach Hause gehen.
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Buchmesse Leipzig 2018

Bildquelle ELANproject International Elegance

Viele Menschen auf der Buchmesse in Leipzig 2018. Illustre Figuren und Figürchen aus rosa Plastik, buntem Tüll und Gold Glitzer. Manga und andere Comic Charakteren. Ein schier unendliches Wirrwarr von um Hervorstechen und Beachtung finden ringender Akteure. Dazwischen, beinahe bescheiden, Bücher. Drapiert auf oft ebenso bescheiden anmutenden Tischen. Was fiele mehr ins Auge? Der Glamourmensch oder das Buch, sein Buch?

Beim Umherwandern fiel mir mein Thema ein, die ICH-KULTUR. In Kürze erscheint mein Buch darüber. Es geht um die Kultivierung des Selbst, ein lebenslanger Prozess. Je bewusster wir an unserer Persönlichen Kultur arbeiten, desto weniger laufen wir Gefahr, andere ungewollt zu verletzen. Wir werden aufmerksamer und gehen achtsamer mit unser selbst und anderen um.

Diese Buchmesse ist ein perfekter Platz für das Studium menschlicher Charakteren und Persönlichkeiten und ihrer Wahl der Kommunikation. Wie man herüberkommt liegt im Auge des Betrachters heißt es. Genauso ist es. Wer sein Selbst bewusst kultivieren möchte und an seiner ICH-KULTUR arbeitet, lässt sich auf ein hoch spannendes Unterfangen ein. Die Reise in sich selbst kann zum Abenteuer werden.

Wem Glamour wichtig ist, wird sich so geben, wem Eleganz wichtig ist, wird ebenfalls versuchen, einen Akzent zu setzen. Wir alle streben nach dem Bild, das wir nach außen abgeben möchten. Ob wir so ankommen, wie wir es wünschen, entscheiden andere.

Warum ist das so?

Unser Gehirn entscheidet, was wir wie wahrnehmen und aufgrund von welchen Erfahrungen oder Lernprozessen. Weil es unser persönliches Gehirn ist, sind wir auch persönlich dafür verantwortlich, wie unsere innere Haltung sich entwickelt, wie respektvoll wir mir unseren Mitmenschen umgehen und, natürlich, wie wir wahrgenommen werden möchten. Wenn uns andere in eine Schublade stecken, können wir dies nicht beeinflussen, es sei denn, wir gehen in echten Kontakt mit unserem Gegenüber.

Der Mensch wird diesen Kontakt immer brauchen. Er ist nicht nur spannend und hin und wieder aufregend, er ist ein immanentes Bedürfnis des Menschen.

Wenn wir also als Comicfiguren oder sonstige Illustrationen unseres Selbst auf einer Veranstaltung auftauchen, hier eben auf der Buchmesse, ist das größte Bedürfnis der allermeisten Menschen aufzufallen, um in Kontakt zu gehen. Was wir mit dem Kontakt machen, bleibt als neues Ziel offen.

Für mich war die Buchmesse ein kleines Lernfest.

 

 

 

 

Führungsfehler (13) – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Burnout-Chefs unterfordern Ihre Mitarbeiter

Lassen Sie mich dieses Kapitel mit einer wahren Geschichte beginnen. Es war 1989 und ich hatte gerade bei einer Schweizer Bank die Position des IT-Leiters angenommen. Doch mein Arbeitsbeginn fiel genau auf das Datum, an dem die Bank in der ich zu arbeiten begann, von einer größeren Bank aufgekauft wurde. Als erstes wurden somit erstmals alle Projekte der gekauften Bank eingestellt, Auch mein Projekt, denn meine Aufgabe war es einen kompletten Herstellerwechsel der Hardware innerhalb der Bank zu realisieren. Nun saß ich also alleine in meinen 180m² großem Büro und hatte nichts zu tun. Am Anfang fand ich das noch ganz lustig. Irgendwie schien man mich vergessen zu haben. Zur Beruhigung, jeden Monat kam der Gehaltscheck. So saß ich jeden Tag in meinem Büro und hatte nichts zu tun. Ja, und 1989 gab es noch kein Internet und keine Smartphones. Also las ich was das Zeugs hielt. Aber auch das wurde mir von Tag zu Tag langweiliger. So beschloss ich einfach die Tage in Basel in einem schönen Cafe zu verbringen oder einfach in der Stadt herumzubummeln und einkaufen zu gehen. In den Sommermonaten ging ich sogar ins Schwimmbad oder legte mich zum Sonnenbaden an den Rhein. Tag für Tag verstrich, Woche für Woche, Monat um Monat. Nie hatte ich je zuvor und auch danach für so wenig Leistung so viel Gehalt bekommen. Nach 11 Monate kündigte ich schließlich. Ich konnte damals mit meiner Unterforderung nicht umgehen. Diese machte mich verrückt, brachte mich fast um den Verstand. Glauben Sie mir, eine permanente Unterforderung ist viel schlimmer als eine Überforderung. Wenn Sie also als Burnout-Chef Mitarbeiter kostengünstig loswerden wollen, unterfordern Sie diese stetig.
Peter Buchenau, Deutschlands Chefsache Ratgeber

Führungsfehler Teil12 – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Burnout-Chefs überfordern immer Ihre Mitarbeiter

Sicherlich sind Ihnen die Fähigkeiten und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter bekannt. Sie wissen wo ihre Mitarbeiter und Angestellten ihre Stärken und Schwächen haben. Für Burnout-Chefs hat der Spruch „man wächst mit seinen Aufgaben und Anforderungen“ einen hohen Stellenwert. Sie wollen ja schließlich, dass sich ihre Mitarbeiter weiterentwickeln. Das die Mitarbeiter und die Angestellten in ihrer Abteilung natürlich an ihre Grenzen kommen und auch lernen mit den Grenzen umzugehen und diese Grenzen zu überwinden. Grenzen sind da um überschritten zu werden, sonst bräuchte man diese Grenzen in der Geschäftswelt nicht. Dieses ist nicht nur aus der Geschäftswelt bekannt, so gibt es ja auch Grenzen auf privater, gesellschaftlicher, politischer oder länderspezifischer Ebene. Aber aufgepasst, wir reden hier von Überforderung. Eine Überforderung ist aus stresspsychologischer Betrachtungsweise noch lange kein Stress und schon gar kein Burnout. Eine Überforderung besteht dann, wenn einfach zu viel Arbeit zu erledigen ist, dennoch aber alle Tätigkeiten und Kenntnisse um diese Arbeit zu erledigen, dem Mitarbeiter bekannt sind und vom Mitarbeiter beherrscht werden. Im Gegensatz zum Stress, wo immer unbekannte Elemente im Arbeitsablauf vorhanden sind. Somit dient jede berufliche Überforderung der persönlichen Weiterentwicklung des Mitarbeiters. Und daher ordnen Sie einfach regelmäßig Überstunden an. Die 20% Effizienzverlust, die ihre Mitarbeiter im vorangegangenen Tipp „Unterbrechungen“ verloren haben, müssen ja wieder aufgeholt werden. Und mal ehrlich, was kann Ihnen Schöneres passieren, als von der Personalabteilung mitgeteilt zu bekommen: „Sie setzen sich ganz massiv für die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter ein.“ Weiter so.

Führungsfehler Teil11 – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Ein weiteres Machtinstrument des Burnout-Chefs sind geplante Störungen beziehungsweise gezielt gesteuerte Arbeitsunterbrechungen ihrer Mitarbeiter im Arbeitsablauf. Wissenschaftler haben in Studien herausgefunden, dass ein Mitarbeiter ungefähr 11 Minuten braucht, um nach einer Unterbrechung wieder in die vorherigen Denk- und Tätigkeitssmuster zurück zu kommen. Mit einer gezielten einminütigen Unterbrechung pro Stunde können Sie also die Effizienz ihres Mitarbeiters um 20% reduzieren. Natürlich sollten Sie diese Taktik während eines acht Stundenarbeitstages regelmäßig pro Stunde wiederholen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Unterbrechung dem Arbeitsablauf, der Firma oder dem Kunden betrifft. Es können Banalitäten sein wie: „Haben Sie auch die Unordnung auf der Personaltoilette bemerkt!“ oder „Wissen Sie zufällig wie der 1. FC Fußballspielenkannichnicht gespielt hat?“ Als besonders effektiv haben sich Unterbrechungen bezüglich des Privatlebens von anderen Arbeitskollegen und deren Familienmitglieder bewiesen. So kommt immer gut: „Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die Frau vom Meier letztens immer an der Bahnhofstrasse rumsteht?“ Diese Taktik bewährt sich übrigens hervorragend kurz vor Mitarbeitergespräche oder vor Lohn- oder Gehaltsverhandlungen durchzuführen. Sie als Burnout-Chef brauchen ja einen Grund, um keine Lohnerhöhung zu bewilligen.