Führungsfehler Teil 10 – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Tipp 10 für den Burnout-Chef:  Lassen Sie Ihre Mitarbeiter Ihre Ziele selbst bestimmen.
Ganz kompetente Burnout-Chefs greifen ab und an zur effizientesten aber auch gefährlichsten und emotionalsten Zielerreichungsmethode. Die Zielebestimmung durch Ihre eigenen Angestellten und Mitarbeiter. Der große Vorteil für Sie als Führungskraft besteht darin, dass Sie sich erst gar nicht mit Ihren Mitarbeitern auseinandersetzen müssen. Wo kämen Sie denn da hin? Überall, aber bestimmt nicht dahin wo Sie als Chef wollen. Jeder der schon mal in einer Führungsverantwortung war oder auch zur Zeit ist, wird mir zustimmen, dass der größte Zeiträuber für Sie als Chef zuerst Ihre Mitarbeiter und an zweiter Stelle Ihre Kunden sind. Ständig kommen diese mit Fragen und wollen Antworten, meist konfrontieren Sie diese gar noch mit Problemen, als ob Sie nicht schon genug eigene Problem in Ihrer Führungsaufgabe und auch im Privaten haben, und ganz schlimm wird es, wenn Mitarbeiter gar von Ihnen Entscheidungen wollen. Daher probieren Sie es beim nächsten Mitarbeitergespräch (auch das noch) einfach mal aus. Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitern deren Ziele erstellen. Erscheint Ihnen das Ergebnis erreichbar, können Sie das Ziel immer noch erhöhen. Zu einfach wollen Sie es Ihren Angestellten doch nicht machen, denn diese brauchen ja Aufgaben an denen diese wachsen können.

Führungsfehler Teil 9 – So treiben Chefs Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout

Tipp 9: Wenn der Burnout-Chef Ziele setzt, dann Unerreichbare.
Wenn Sie nun doch, auf Anweisung Ihres Chefs, nur ein Ziel für Ihre Abteilung und noch schlimmer pro Mitarbeiter festlegen müssen, erschwert das natürlich Ihre Führungsaufgabe extrem. Nun müssen Sie sich wirklich mit den Befindlichkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse Ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen und dafür haben Sie eigentlich gar keine Zeit. Generell hilft bei dieser Aufgabestellung immer dem Mitarbeiter extrem hohe, nicht erreichbare und wnn möglich auch nicht messbare Ziel zu stellen. Das können extrem hohe Umsatzsteigerungen von 50% und mehr im Vertrieb sein. Auch immer gut ist eine Zufriedenheitsanalyse Ihrer Kunden zum Serviceverhalten Ihres automatisierten Anrufbeantworters im Internet oder die Gewichtsreduzierung Ihrer adipösen Mitarbeiter, damit mehr Bewegung in den Arbeitsablauf integriert wird. Ich bin mir sicher, auch Ihnen als kompetenter Burnout-Chef fallen noch weitere unerreichbare Ziele ein. Es ist doch nicht Ihr Problem als Vorgesetzter, wenn Ihre Mitarbeiter die gesetzten Ziele nicht erreichen. Schließlich hat ja die Personalabteilung diesen Mitarbeiter eingestellt. Sie können sich ja auch nicht um alles kümmern. (Fortsetzung folgt).

Führungsfehler Teil 8 – So treiben Chefs Ihre Mitarbeiter in den Todsicheren Burnout

Tipp 8: Setzen Sie keine klaren Ziele
Ziele helfen dabei, Meilensteine festzulegen und den Fokus zu wahren. Doch wer will heute in der digitalisierten Welt schon fokussiert sein, nur eine Aufgabe bewerkstelligen? Das ist out. Multitasking und Multitargeting sind im Digitalen Zeitalter angesagt. Targetdiversity heißt der Erfolgsfaktor der Zukunft. Möglichst viele Ziel anzugreifen in möglichst kurzer Zeit. Dafür haben Sie ja Ihre Mitarbeiter. Sie bestimmen ja schließlich, wohin soll sich Ihr Mitarbeiter weiterentwickeln? Was ist sein Weg und seine Richtung? Eigeninitiative des Mitarbeiters ist hier ganz und gar nicht gewünscht. Ich rate hier allen Vorgesetzten auf alle Fälle möglichst viele Ziele zu setzen. Ein Ziel wird Ihr Mitarbeiter dann bestimmt schon erreichen. Erfolg ist also vorprogrammiert. Streuen Sie auch über den Arbeitstag hinweg möglichst viele zusätzliche nicht zielführende Informationen ein. Das verhindert, dass Ihre Mitarbeiter keine Zeit für eigene Reflektionen haben. Somit finden diese nur wenig Zeit für sich alleine mal inne zu halten, die Ruhe zu genießen und über Ihr eigenes Arbeiten und Leben nachzudenken. Bedenken Sie, als Burnout-Chef benötigen Sie keine selbstständig, denkenden Mitarbeiter, sondern Loyale und Folgsame. Natürlich können Sie zu Zielerreichung betragen, dass Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig zu Alkohol, Raucherpausen, Partys und andere Energieräuber einladen. Das ist im Alltagsgeschäft eine willkommende Abwechslung und motiviert Ihre Mitarbeiter.

Führungsfehler Teil 7 – So treiben Sie Mitarbeiter garantiert un den Burnout!

Tipp 7: Machen Sie keine klaren Ansagen

Klare Ansagen sind des Burnout-Chefs Tod. Denn bei klaren Ansagen wüsste ja jeder Mitarbeiter, was er bis wann und wie zu tun hat. Die Aufgaben wären klar definiert, so dass die Mitarbeiter die Tätigkeiten problemlos selbstständig zu voller Zufriedenheit im Sinne des Unternehmens erledigen könnten. Ja richtig, im Sinne des Unternehmens, aber auch in Ihrem Sinne? Haben Sie sich das gut überlegt? Schlussendlich könnte ja einer Ihrer Mitarbeiter das Lob einfahren, die Früchte des Erfolges aus Ihrer Sicht unverdient ernten. Das können Sie auf keinen Fall zulassen. Zu viel haben Sie schon in Ihre Karriere investiert, dass schließlich ein Anderer an Ihnen vorbeizieht. Um diese Situation erst gar nicht aufkommen zu lassen, greift der Burnout-Chef auf die Strategie der unklaren Ansagen zurück. Eindeutig zweideutige Anweisungen heißt die Zauberformel. Formulieren Sie daher Aufgaben immer so geschickt, dass diese mindestens auf zwei Arten verstanden werden können. Sollen doch ihre Mitarbeiter entscheiden, welche die richtige Variante ist. Am Ende müssen Sie die Aufgaben ja sowieso selbst erledigen. Komplettes Chaos schaffen Sie, wenn es Ihnen gelingt die verschiedenen Varianten noch zu vermischen. Das erfordert geschicktes unüberlegtes Handeln, aber da haben Sie ja genügend praktische Erfahrung.

Führungsfehler Teil 6 – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Seien Sie immer erreichbar: Ihre Belegschaft braucht Sie

Früher mussten Sie als Chef noch richtig überlegen, wie erreichen mich meine Mitarbeiter zum Beispiel während den Ferien? Sie hinterließen vorsorglich die Telefonnummer Ihres Hotels oder Kongresszentrums. Sie schauten jeden Morgen, jeden Abend und in jeder Pause am Informationsboard vorbei, ob jemand eine Nachricht für Sie hinterlassen hat und wenn ja, dann kam innerlich ein Gefühl von Souveränität, Narzissmus und Stolz bei Ihnen auf.

Heute ist das viel einfacher und bequemer. Gehören Sie auch zu diesen Chefs die im Sommer an einem ruhigen Sandstrand liegen, den Blick immer auf Ihr Smartphone gerichtet? Das ist gut so, denn vorbereitet zu sein, falls ein Anruf kommt, ist für Sie extrem wichtig. So haben Sie sich natürlich vorher vergewissert, dass Ihre Assistenz Ihnen jeden Morgen und Abend einen Bericht schreibt, was tagsüber in Ihrer Abteilung oder in ihrem Unternehmen passiert ist. Und wenn dann das Smartphone endlich klingelt, triumphieren Sie. Sie werden gebraucht. Ihr Wissen, Ihre Kompetenz und Ihre Weisheit sind gefragt. Natürlich erheben Sie die Stimme, jeder am Strand soll mitbekommen, dass Sie ein Burnout-Chef sind. Selbst schuld, wenn die anderen Strandbesucher nicht so wichtig sind und nicht kontaktiert werden. Sie sind wichtig, Sie haben die Informationen, die Ihre Mitarbeiter benötigen. Sie sind unersetzbar denn Sie sind ja der Burnout-Chef.

FÜHRUNGSFEHLER TEIL 5 – SO TREIBEN CHEFS MIT SYSTEM IHRE MITARBEITER IN DEN TODSICHEREN BURNOUT!

Tipp 5: Behalten Sie wesentliche Informationen für sich

Wissen ist Macht! Das ist das Erfolgsrezept der Anti-Chefs. Je mehr Wissen und Kenntnisse Sie haben und desto weniger Informationen Ihre Mitarbeiter haben, umso mehr steigt die Unverzichtbarkeit. Sie geben auf keinen Fall Ihr Wissen preis, denn Wissen abgeben, Andere stärken – nein, das gehört sich nicht. Schlussendlich haben Sie sich ja auch Ihren Wissensschatz über Jahre hinweg angeeignet. Ihnen hat ja auch keiner geholfen. Mit unzähligen Überstunden haben Sie sich nach getaner Arbeit weiterentwickelt, um sich unersetzbar zu machen. Und geben Sie doch zu, es ist ein tolles Gefühl von Mitarbeitern, anderen Vorgesetzten und auch Kunden gebraucht zu werden.

(Fortsetzung folgt).

FÜHRUNGSFEHLER TEIL 4 – SO TREIBEN CHEFS MIT SYSTEM IHRE MITARBEITER IN DEN TODSICHEREN BURNOUT!

Tipp 4: Streuen Sie Gerüchte

Gerüchte sind die hohe Kunst Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besonders gut zu motivieren. Sobald Sie als Burnout-Chef auf dem Flur der Managementetagen etwas wahrnehmen, was den Hauch eines Gerüchtes hat, kommunizieren Sie das sofort ungefiltert und mit eigener Interpretation an Ihre Mitarbeiter weiter. Gerade für Ihre Mitarbeiter ist es besonders wichtig über jedes kleine Detail, über jede Aktivität, sei diese auch noch so unwichtig für ihre jeweilige Aufgabe, informiert zu werden. Offene Transparenz zum Team ist ein weiteres wichtiges Gebot des Burnout-Chefs. Gerade in unsicheren Zeiten, in unternehmerischer Schieflage, bei Personalknappheit und bei Überstunden sind Gerüchte Gold wert. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken und wie Lemminge an Ihren Lippen kleben – denn jedes Gerücht, jede überflüssige Information, jeder kommunikative Strohhalm ist stets besser als gar keine Information. Oder wollen Sie von ihren Mitarbeiter zu hören bekommen: „Unser Chef gibt uns keine Informationen – darüber wussten wir nicht Bescheid“. Nein, auf keinen Fall. Sie kommunizieren alle Informationen an alle Ihrer Mitarbeiter weiter, egal ob sie diese Informationen für wichtig oder unwichtig erachten, denn niemand aber wirklich niemand in Ihrem Team, niemand Ihrer Mitarbeiter und auch niemand ihrer Kollegen soll jemals zu Ihnen sagen: „Das ist mir neu, das habe ich so nicht gehört!“ Nur eine vollständige, lückenlose Kommunikation, angereichert mit Ihrer eigenen Interpretation, damit auch alle ihre Mitarbeiter die Information wirklich verstehen, gibt Ihnen die Sicherheit, ein exzellenter und transparenter Kommunikator zu sein. Ein Burnout-Chef eben.

Führungsfehler Teil 3 – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Tipp 3: Corporate Identity – Achten Sie auf strikte Kleiderordnung!

Bei den Männern im Unternehmen haben Sie es recht einfach. Anzug, Hemd und Krawatte sind nach wie vor Standard. Schließlich sollen ja die anderen Chefs sehen, dass speziell Ihre Abteilung ganz loyal hinter dem Unternehmen und den Firmenfarben steht. Ja klar, es gibt verschiedene Menschentypen, verschiedene Hautfarben und Teints, aber wir sind hier nicht auf einem Maskenball. Was denken Sie ist wichtiger, dass der Anzug zum Teint des Mitarbeiters passt oder zu den Firmenfarben? So ist es für mich nach wie vor unverständlich, dass für einen großen Telekommunikationsanbieter die Mitarbeiter nicht in Magentafarbenen Anzügen erscheinen. So könnte man schon von weiten sehen, hey der arbeitet doch bei der Telekom-munikationsfirma und dieser Mitarbeiter kann mir sicher erklären, warum mein DSL so langsam ist. Gut, Magentafarbene Krawatten habe ich schon entdeckt. Ist aber ehrlich gesagt ein zu schwaches Signal in der Außenwirkung.

Achten Sie bei den Damen strickt darauf das die Kleider-Etikette bewahrt wird. Ungeschminkt, unfrisiert und ohne knallig lackierte Fingernägel geht gar nicht. Auch hier könnte der Burnout-Chef darüber nachdenken, dass die Nägel der Damen ebenfalls in Magenta lackiert werden. Gleichbehandlung ist ja eines seiner höchsten Prinzipien, das hatten wir schon. Und so wären doch Magenta Fingernägel eine schöne Ergänzung zum Anzug der Herren. Corporate Identity perfekt gelebt. Jeans, Leggings, Turnschuhe, Ballerinas oder gar Birkenstock-Latschen sind absolut tabu. Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben ja Kundenkontakt. Daher ist es zwingend notwendig, dass Ihre Damen Schuhe mit Absätzen nicht unter 8 cm zu tragen haben. Gerne darf der Rock etwas kürzer und die obersten Knöpfe der Bluse geöffnet sein. Die alte Vertriebsregel: „Sex sells more than Competence“ hat nach wie vor Gültigkeit am Markt. Nutzen Sie diese Regel als Burnout-Chef für Ihren Erfolg.

[Fortsetzung folgt]

Führungsfehler – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout! [Teil 2]

Fortsetzung Tipp 2 von 52

Tipp 2: Stellen Sie neue Mitarbeiter auf keinen Fall Ihrem Team vor!

Sie haben eine richtige und wichtige Entscheidung getroffen und nach reichlicher Abwägung einen Mitarbeiter eingestellt, der Ihnen als Burnout-Chef weder fachlich noch menschlich das Wasser reichen kann. Eine perfekte Ergänzung für Ihr Team. Wenn Sie eine Null mit weiteren Nullen multiplizieren, bleibt das Ergebnis immer noch Null. Warum sich also die Zeit nehmen und diesen neuen Mitarbeiter ihrem Team vorstellen? Überlegen Sie stattdessen lieber, was Sie in dieser Zeit Sinnloses tun können. Haben Sie heute eigentlich schon in den sozialen Medien gesurft? Auf Facebook, Instagram und Twitter gibt es bestimmt unnützes Wissen, was Sie sich aneignen können. Und wenn es nur ein neuer Modetrend, die Sportwetten oder eine weitere neu entdeckte Schlankheitspille ist. Ihr neuer Mitarbeiter kann das schon selber und was sollte er anstellen, dass Sie als Burnout-Chef nicht wieder richten können. Immerhin sind Sie ja der Über-Chef und das muss dem neuen Mitarbeiter sofort und unverständlich klargemacht werden, vom ersten Tag an ohne Ausnahme. Und keine Angst, der neue Mitarbeiter wird sich schon selbst dem Team vorstellen. Und sollte er dabei in ein Fettnäpfchen treten, was soll’s, jeder andere vor ihm musste ja schließlich in den vergangenen Jahren auch da durch und geschadet hat es den anderen Mitarbeitern ja auch nicht. Sie stehen immer noch da, wo Sie angefangen haben zu arbeiten, sind nicht abgerutscht, stehen weiterhin hinter und unter Ihnen in der Hierarchie. Und Gleichbehandlung muss ja sein, das ist des Burnout-Chefs oberstes Gebot. Sie können es sich nicht leisten, positive Charaktereigenschaften zu zeigen, sonst könnte ja einer der Mitarbeiter auf die Idee kommen Ansprüche zu stellen. Sie sind ja nicht bei der Caritas sondern haben eine wichtige Aufgabe im Unternehmen sicherzustellen. Auch wenn Sie selbst nicht wissen, welche das genau ist. Aber um genau das zu erreichen haben Sie ja diesen Mitarbeiter eingestellt. Außerdem können Sie sofort feststellen, wie offen der neue Mitarbeiter auf Kollegen zugeht. Ihr Team wird den Neuen schon einordnen. Sie haben dem Team ja bereits öfters gezeigt wie einordnen geht. Der neue Mitarbeiter muss sich ja schließlich in die Gruppenhierarchie einordnen und wie bei der Bundeswehr erst einmal ganz unten anfangen.

[Fortsetzung folgt.]

Führungsfehler – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Burnout-Chefs leben auf der Überholspur: Burnout-Chefs leben unter der Diktatur des Adrenalins. Burnout-Chefs suchen immer den neusten Kick und das nicht nur im beruflichen Umfeld. Selbst in der Freizeit, die Ihnen eigentlich Ruhephasen vom Alltagsstress bringen sollte, kommen Sie nicht zur Ruhe und so geben mehr als 41 Prozent aller Beschäftigten heute bereits an, sich in der Freizeit nicht mehr erholen zu können. Tendenz steigend.

Klar, die Anforderungen in Führung und Management werden immer komplexer. Die digitale und globale Zeit überholt die Führungskräfte, engt sie ein, bestimmt ihren Tagesablauf. Viel Arbeit, extrem viel Verantwortung, ein Meeting jagt das nächste und ständig klingelt das Smartphone. Multitasking ist mehr und mehr angesagt und Burnout-Chefs wollen so viele Tätigkeiten wie möglich gleichzeitig erledigen. Burnout-Chefs müssen ja auch ihre Chefs, ihre Shareholder und ihre Kunden befriedigen.

Schauen Sie sich doch mal in Ihren Meetings um. Wie viele ihrer Angestellten beantworten bei solchen Gruppenzusammentreffen gleichzeitig E-Mails, schreiben WhatsApp-Nachrichten oder telefonieren sogar? Super, dass ihre Mitarbeiter das dürfen und dafür nur die Hälfte mitbekommen und natürlich Folgemeetings notwendig sind. Natürlich wieder bei Kaffee und Kuchen und in bequemer lockerer Atmosphäre, ohne Konsequenzen. Aber sie als Burnout-Chef leben es ja vor und deshalb werde Sie natürlich von Ihren Mitarbeitern heiß und innig geliebt. Sie fördern diese Kultur ja nur im Sinne Ihrer zufriedenen Mitarbeiter und zudem ist es heute ja nicht mehr unhöflich, seinem Gesprächspartner nur halb zuzuhören.

Zum Glück gibt es dazu das Adrenalin. Das Superhormon, die Superdroge der neuen Burnout-Chefs. Bei Chemikern und Biologen auch unter C9H13NO3 bekannt. Dank Adrenalin schuften Chefs wie ein Hamster im Rad. Schneller und schneller und noch schneller. Aber schnell heißt zum Glück schon gar nicht produktiv. Sogar die Freizeit läuft nichts ohne Adrenalin. Da der Stress hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat, folgt somit auch eine erhöhte Adrenalinausschüttung im Körper. Und als Burnout-Chef müssen Sie stets negatives Vorbild sein.

Und daher produzieren Burnout-Chefs zusammen mit ihren Mitarbeitern massenhaft, immer mehr und mehr, das Produkt Adrenalin. Zum Leidwesen aber können Sie dieses so schwer erarbeitete Produkt nicht verkaufen. Aber für Sie als Burnout-Chef ist das ja kein Problem. Sie sind ja pfiffig und nie um eine Ausrede verlegen, egal wie absurd diese ist. Im schlimmsten Fall können Sie das Adrenalin ja verschenken und weil Sie ja ein überaus großzügiger Chef sind, natürlich auch an Ihre Mitarbeiter und Angestellten.

So schaffen Sie es natürlich, dass 60 Prozent aller Fehltage inzwischen auf Ihre Führungsunfähigkeit, mit Stress umzugehen, als Chef zurückfällt.  Glückwunsch, Sie haben es geschafft, dass Stress mittlerweile das zweithäufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem ist. Sie können stolz auf sich sein, denn dank Ihnen und den vielen anderen ebenso erfolgreichen Burnout-Chefs hat die Weltgesundheitsorganisation W.H.O Stress zur größten Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert erklärt.

Dank des erhöhten Einsatzes der Burnout-Chefs, oft bis zum Rande der persönlichen eigenen Erschöpfung, haben sie es geschafft Aufmerksamkeit im betrieblichen Gesundheitswesen zu erregen. Im Gesundheitsbericht der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen dann Typen wie Ihnen massiv an und jeder zehnte Fehltag geht auf das Konto stressbedingter Krankheiten. Gemäß einer Studie des DGB aus dem Jahr XYZ bezweifeln 30 Prozent der Beschäftigten, ihr Rentenalter im Beruf zu erreichen. Frühverrentung ist die Folge. Echt cool, bereits mit 55, 50 oder gar 40 schon Rente beziehen zu können. Dank den Burnout-Chefs haben nach einer Studie der Freiburger Unternehmensgruppe Saaman aus dem Jahr 2007, 45 Prozent von 10.000 befragten Managern Burnout- Symptome.

Um diesen Trend weiter zu forcieren sollten die Krankenkassen auf keinen Fall in die Vermeidung stressverursachender Aufgaben und Tätigkeiten investieren. Krankenkassen sollten das tun, was Sie am besten können, nämlich weiterhin Milliarden unüberlegt in die Behandlung von gestressten oder bereits von Burnout betroffenen Menschen stecken. In meiner Managerausbildung lernte ich bereits vor 20 Jahren: „Du musst das Problem auf keinem Fall an der Wurzel anpacken.“ Reparieren ist immer noch besser als vorbeugen, denn welcher Mann geht schon gerne zur Vorsorgeuntersuchung bei Arzt?

Die gebräuchlichste Definition von Burnout stammt von Maslach & Jackson aus dem Jahr 1986: „Burnout ist ein Syndrom der emotionalen Erschöpfung, der Depersonalisation und der reduzierten persönlichen körperlichen und geistigen Leistung, das bei Individuen auftreten kann, die auf irgendeine Art mit Leuten arbeiten oder von Leuten beeinflusst werden.“ Damit Ihnen als Burnout-Chef dieses wirklich gelingt, folgen nun 52 Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout bringen können. Ich freue mich riesig, diese Ideen mit Ihnen zu teilen.

Tipp 1: Stellen Sie stets unfähiges Personal ein!

Fähiges und qualifiziertes Personal ist immer eine Gefahr für den Burnout-Chef. Stellen Sie sich vor, dieser neue Mitarbeiter stellt Ihnen interessante Fragen zur Organisation, zum Unternehmen oder gar zu Produkten und Prozessen? Und Sie könnten diese Fragen im schlimmsten Fall dann nicht beantworten. Nein, solch ein Gesichtsverlust können Burnout-Chefs auf keinen Fall hinnehmen. Was sollen denn die anderen Mitarbeiter und Angestellte, die Ihnen seit Jahren treu und loyal folgen und von Ihnen mustergültig geführt werden, von Ihnen denken? Ihre Kompetenz, auch was sage ich, Ihr Königreich wäre dann in größter Gefahr. Somit darf der Bewerber auf keinen Fall mehr Wissen und Kompetenz haben als Sie selbst.

Doch wie entdecken Sie diese Gefahrenherde? Bereiten Sie sich daher ganz gezielt auf Ihren Bewerber vor. Studieren Sie sorgfältig die Bewerbungsunterlagen. Sind diese vollständig und auch noch übersichtlich strukturiert, kann das schon ein Hinweis auf einen kompetenten künftigen Mitarbeiter sein, also erst einmal Vorsicht. Stehen zu den Tätigkeiten und Fähigkeiten im Lebenslauf, die idealerweise auf die benötigten Kenntnisse in ihrem Unternehmen oder Abteilung hinweisen, dann ist wirklich Gefahr in Verzug. Laden Sie diesen Bewerben erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch ein. Bedenken Sie, nur Sie alleine haben in Ihrer Abteilung die Kompetenz und auch Verantwortung den Bewerber für die Aufgabe zu qualifizieren. Es ist ja schließlich Ihre Abteilung und wer weiß besser als Sie, der Burnout Chef, welche Kompetenzen wirklich in Ihrer Abteilung benötigt werden. Sie sind ja der Burnout-Chef.

Fortsetzung folgt.

Peter Buchenau,
Deutschlands Chefsache Ratgeber