Die Heizung streikt: Was muss ein Mieter jetzt tun ?

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Nun wird es wieder kalt. Im Oktober beginnt die Heizsaison, wie jedes Jahr. Sie endet dann Ende April 2018. Während dieser Zeit sollte die Heizung ohne Probleme funktionieren. In Mieträumen ist das der Fall, wenn zwischen 6 und 23 Uhr – jedenfalls im Wohnzimmer – zwischen 20 und 22 Grad Celsius erreicht werden. In anderen Zimmern kann es etwas kühler sein, im Bad eher wärmer.

Ein Mangel der Mietwohnung liegt immer vor, wenn diese Temperaturen nicht erreicht werden. Der Mieter kann die Wohnung dann nämlich nicht so nutzen wie es vereinbart ist.

Ein Mieter sollte seinen Vermieter unverzüglich über das Problem informieren, ihn mit zur Beseitigung auffordern und ihm dafür auch eine Frist zu setzen.
Man weiß ja nie wie sich der Vermieter später verhalten wird: Deshalb vorsorglich regelmäßig die Temperatur messen und durch einen Zeugen bestätigen lassen.

Erfolgt die Reparatur zeitnah, dürfte sich das Problem erledigt haben. Wenn nicht, besteht weiter Handlungsbedarf.

Eine Mietminderung ist nicht gleich bei jeder Heizunterbrechung möglich. Nach 2 bis 3 Tagen oder sehr geringer Außentemperatur spricht der Jurist von einem Sachmangel, der zur Minderung berechtigt.

Das Recht zur Minderung der Miete bedeutet, dass der Mieter seine Mietzahlungen verringern darf. In welcher Höhe, hängt allerdings vom Einzelfall ab. Maßgeblich ist inwieweit die Nutzung der Wohnung dadurch konkret beeinträchtigt wird.

Herrscht draußen strenge Kälte kann die zu zahlende Miete im Extremfall auf bis zu Null sinken.
Wenn weniger als 20 Grad in Wohnräumen erreicht werden, halten die Gerichte eine Verringerung um 20 bis 30 Prozent der Miete für angemessen.
Bei höheren Außentemperaturen und im Sommer kann die Miete nicht verringert werden.

Aber Vorsicht ist geboten: Zahlt ein Mieter die Miete weiter vollständig, kann er sie später nicht zurück fordern. Es sei denn, dass er ausdrücklich unter Vorbehalt gezahlt hat.

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