Friederike und die Folgen: Gebäudeversicherung muss zahlen

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Der Orkan Friederike ist nun schon vor einer Woche über uns hergezogen. Die schlimmsten Schäden sind beseitigt. Allein in Deutschland gibt es acht tote Menschen zu beklagen und einen Sachschaden von etwa 1 Milliarde Euro. Hochsaison für die Regulierer der Gebäudeversicherungen, mit denen es immer wieder Streit gibt. Erst vor kurzem hat das Oberlandesgericht ( OLG ) Hamm über folgenden Fall zu entscheiden: Ein Sturm fegte mit Windstärke 8 über das Land und beschädigte eine Buche auf dem Nachbargrundstück. Diese fiel aber erst 6 Tage später um und brachte erheblichen Schaden am Haus. Die Gebäudeversicherung lehnte die Zahlung ab. Sie war der Auffassung, ein Versicherungsfall sei nicht gegeben. Das ist aber falsch. So das OLG Hamm in seinem Urteil vom 25.09.2017 ( AZ.: 6-U-191/15 -). Denn ein umstürzender Baum als Folge dieser Windstärke ist ein klarer Fall nach den Versicherungsbedingungen. Es kommt nicht darauf an, dass der Baum zunächst entwurzelt wurde und dann später kippte und umfiel. Maßgeblich war allein der Sturm als Ursache des Schadens. Der Zeitpunkt des Umfallens war letztlich nur Zufall.
Hier wie bei vielen anderen Sachverhalten ist es wichtig, die Vorgänge sorgfältig zu prüfen und bei einer Ablehnung durch die Versicherung nicht einfach klein bei zu geben.
Für solche Fälle hat man ja schließlich die Versicherung abgeschlossen.

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