Führungsfehler (13) – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

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Burnout-Chefs unterfordern Ihre Mitarbeiter

Lassen Sie mich dieses Kapitel mit einer wahren Geschichte beginnen. Es war 1989 und ich hatte gerade bei einer Schweizer Bank die Position des IT-Leiters angenommen. Doch mein Arbeitsbeginn fiel genau auf das Datum, an dem die Bank in der ich zu arbeiten begann, von einer größeren Bank aufgekauft wurde. Als erstes wurden somit erstmals alle Projekte der gekauften Bank eingestellt, Auch mein Projekt, denn meine Aufgabe war es einen kompletten Herstellerwechsel der Hardware innerhalb der Bank zu realisieren. Nun saß ich also alleine in meinen 180m² großem Büro und hatte nichts zu tun. Am Anfang fand ich das noch ganz lustig. Irgendwie schien man mich vergessen zu haben. Zur Beruhigung, jeden Monat kam der Gehaltscheck. So saß ich jeden Tag in meinem Büro und hatte nichts zu tun. Ja, und 1989 gab es noch kein Internet und keine Smartphones. Also las ich was das Zeugs hielt. Aber auch das wurde mir von Tag zu Tag langweiliger. So beschloss ich einfach die Tage in Basel in einem schönen Cafe zu verbringen oder einfach in der Stadt herumzubummeln und einkaufen zu gehen. In den Sommermonaten ging ich sogar ins Schwimmbad oder legte mich zum Sonnenbaden an den Rhein. Tag für Tag verstrich, Woche für Woche, Monat um Monat. Nie hatte ich je zuvor und auch danach für so wenig Leistung so viel Gehalt bekommen. Nach 11 Monate kündigte ich schließlich. Ich konnte damals mit meiner Unterforderung nicht umgehen. Diese machte mich verrückt, brachte mich fast um den Verstand. Glauben Sie mir, eine permanente Unterforderung ist viel schlimmer als eine Überforderung. Wenn Sie also als Burnout-Chef Mitarbeiter kostengünstig loswerden wollen, unterfordern Sie diese stetig.
Peter Buchenau, Deutschlands Chefsache Ratgeber