Große Feuerwehrübung in Taubenheim/Spree

269

Einsatz für die Feuerwehren der Gemeinde Sohland an der Spree! Kurz nach 8 Uhr ertönen die Sirenen in Taubenheim, Sohland und Wehrsdorf. Innerhalb von wenigen Minuten rücken die drei Ortsfeuerwehren mit allen verfügbaren Kräften aus. Grund dafür ist ein Unfall zwischen zwei Gefahrguttransportern. Zum Glück handelt es sich hierbei nur um eine Übung. Doch die Kameraden nehmen die Sache sehr ernst und arbeiten alles so ab, wie im Ernstfall auch. Zuerst wird das Gebiet um die Unfallstelle weiträumig abgesperrt. Dann werden die verletzten Personen gerettet. Dazu müssen die Einsatzkräfte Atemschutzgeräte anlegen. Denn noch ist unklar, ob ein Gefahrstoff ausgetreten ist und welche Risiken er birgt. Deshalb gilt jeder Verletzte als kontaminiert. Und auch die Feuerwehrleute, die im Absperrbereich gearbeitet haben, werden so behandelt, als ob sie direkt mit einem gefährlichen Stoff in Berührung gekommen wären. Gleichzeitig wird von anderen Kräften eine Wasserversorgung aufgebaut. Die Kameraden stellen so sicher, dass im Falle eines Brandes sofort eingegriffen werden kann. Mit hydraulischem Rettungsgerät wird währenddessen einer der beteiligten Transporter aufgebrochen. Nur so ist es möglich, an die verletzten Insassen heranzukommen und diese zu retten. Viel mehr können die Feuerwehren der Gemeinde Sohland nicht ausrichten. Nur Spezialkräfte des sogenannten Gefahrgutzuges haben die notwendige Ausbildung und das passende Equipment, um bei solchen Situationen eingreifen zu können. Im Landkreis Bautzen gibt es zwei dieser Züge, die jeweils die Nord- und Südhälfte des Kreises abdecken. Für Sohland ist der Gefahrgutzug Süd zuständig, welcher sich aus Feuerwehren der Ortschaften Medingen, Wachau, Bautzen, Wilthen und Cunewalde zusammensetzt. Etwa 45 Minuten nach dem Unfall sind diese Spezialkräfte zur Stelle. In Windeseile bauen sie einen sogenannten Dekontaminationsplatz auf. Hier hat man die Möglichkeit, alle Verletzten und auch die Einsatzkräfte selbst zu reinigen und von möglichen Gefahrstoffpartikeln zu befreien. Hier ist es besonders wichtig, dass die Feuerwehrleute ausreichend geschützt werden. Nur mit Schutzanzügen und Filtermasken ist ein arbeiten möglich. Gleiches gilt auch für die Spezialkräfte, welche die Gefahrgut-LKW unter die Lupe nehmen. Spezielle Chemikalienschutzanzüge ermöglichen es, dem ausgetretenen Gefahrstoff extrem nahe zu kommen, um weitere Maßnahmen einzuleiten. So müssen die Kameraden beispielsweise im Führerhaus nach den Ladungspapieren suchen oder eventuelle Lecks im Tank abdichten. An dieser Stelle wurde die Übung in Taubenheim jedoch beendet. Mehr als zwei Stunden waren die ausschließlich ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Einsatz. Ziel dieser Übung war es, das Zusammenspiel der Ortsfeuerwehren und des Gefahrgutzuges zu festigen und das Vorgehen bei einem Gefahrgutunfall einmal durchzuspielen.

Teilen