Kunstministerin übergibt Millionensumme an Görlitz

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Am 4. Januar hat Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange einen Förderbescheid im Rahmen des Programms „Brücken in die Zukunft“ in Höhe von rund 1,03 Millionen Euro an den Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege für die bauliche Einrichtung eines Zentrums für Jugend- und Soziokultur überreicht. Das Geld fließt in den insgesamt rund drei Millionen Euro teuren Umbau eines einstigen Industriegebäudes der Waggonbauwerke zum Kulturzentrum mit Veranstaltungsraum, Workshop-, Seminar- und Büroräumen. Staatsministerin Dr. Stange erklärt: „Mit dieser Einrichtung wird Görlitz ein Zentrum bekommen, welches am gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Stadt arbeiten wird. Diese Begegnungsstätte für Jugendliche und kulturell interessierte Bürger jeden Alters wird nicht nur künstlerische Betätigungen und Begegnungen ermöglichen, sondern auch wichtige kulturelle Bildung leisten. In solch einem kommunalen Haus haben alle Interessenten die Möglichkeit mitzumachen, weil es keine Eintrittsschranken geben wird. Die Angebote gelten grenzüberschreitend für alle Interessierten aus Görlitz, Zgorzelec und der Umgebung.“

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Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege betont: „Der Bau des Zentrums für Jugend- und Soziokultur WERK I ist ein zukunftsweisendes und einmaliges Projekt für die Entfaltung neuer kultureller, pädagogischer sowie gesellschaftlicher Perspektiven, insbesondere für unsere jüngere Generation. Durch das Soziokulturelle Zentrum wird ein neuer Ort der Kreativität, des Dialoges und der Begegnung aller Altersgruppen in einer ehemaligen Industriebrache inmitten unserer Stadt geschaffen. Die Herangehensweise, die zukünftigen Betreiber bereits in der Planungsphase inhaltlich und konzeptionell zu involvieren, ist innovativ und sichert die Akzeptanz und Funktionalität des Zentrums.“

Das Jugend- und Soziokulturelle Zentrum soll in der ehemaligen Furnierhalle auf dem Werk I Gelände untergebracht werden, einer um 1904 errichteten Industriehalle welche damalig als Lackierwerkstatt genutzt wurde. Seit Anfang der 90-er Jahre steht das Gebäude leer, entsprechend ruinös ist dessen Zustand. Die Sanierungsmaßnahme sieht vor, zunächst das einsturzgefährdete Dach sowie Einbauten abzubrechen. Anschließend werden die Stahlstützen gestrahlt, erhalten einen Korrosionsschutz und anschließend noch eine Brandschutzbeschichtung. Neben der Errichtung eines  neuen Daches, welches die Anforderungen an den Brand-, Wärme- und Schallschutz erfüllt, wird auch der gesamte, teils belastete Fußboden abgebrochen und eine neue durchgehende Bodenplatte gegossen. Ziel ist es auch den Industriecharakter soweit wie möglich zu erhalten. Beispielsweise erhalten Wände und Fenster nur eine minimale, substanzerhaltene Sanierung. Wo es geht, werden Einbauteile in der Werkhalle geborgen oder gesichert und im neuen Jugendzentrum platziert, beispielsweise der alte Hallenkran. Durch die Haus-in-Haus-Lösung werden letztendlich neue Räumlichkeiten im Inneren der Furnierhalle durch moderne Baustoffe und Bauweisen geschaffen. Das Herzstück bildet der Veranstaltungssaal für ca. 300 Personen, daneben entstehen Werkstätten, ein Jugendclub, Bandprobenraum, Büros, eine Workshopküche und Sanitäranlagen.

Das Programm „Brücken in die Zukunft“ wurde vom Sächsischen Landtag im Dezember 2015 aufgelegt und dient der weiteren Verbesserung der Infrastruktur in den sächsischen Städten, Gemeinden und Landkreisen. Die sächsischen Kommunen hatten im Vorfeld des Förderverfahrens Maßnahmenpläne erstellt, die durch die Staatsregierung bestätigt wurden. „Brücken in die Zukunft“ ist das größte Investitionsprogramm in die kommunale Infrastruktur seit 1990. Es ist mit insgesamt 800 Millionen Euro dotiert. Etwa 156 Millionen Euro davon stammen aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes des Bundes, jeweils 322 Millionen Euro vom Freistaat und von der kommunalen Seite. Bei einem Fördersatz von 75 Prozent werden insgesamt Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro ermöglicht.

Der Umbau der einstigen Werkanlagen zum Zentrum für Jugend- und Soziokultur wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes. [Quelle: Stadtverwaltung Görlitz]