Metoo – Mediale Rufschädigung nun auch in Deutschand

In diesem Lande werden Menschen exekutiert. Durch die Medien exekutiert und der Bevölkerung zum Fraß vorgeworfen. Was ist geschehen?

In der vergangenen Woche veröffentlichte die auch so ehrenwerte Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrem Magazin einen Beitrag zur MeToo-Debatte. Jetzt endlich auch in Deutschland – so könnte der Schlachtruf gelautet haben. Zwei Schauspielerinnen werfen dem Regisseur Dieter Wedel vor, sie sexuell genötigt oder vergewaltigt zu haben. Wann? Das Ganze soll sich 1991 und 1996 zugetragen haben. Keine Anzeige, keine Ermittlungen. Herr Wedel bestreitet. Eine klassische Aussage-gegen-Aussage-Situation. Ein paar Jahre später hat eine der Schauspielerinnen dann auch noch eine Rolle bei eben diesem Regisseur in dem Film „Der König von St. Pauli“ gespielt. Wie hat sie das unter der Last der Vorwürfe damals nur ausgehalten?

Es wird nichts mehr aufzuklären sein. Alles wird im Sande verlaufen. Aber in der Öffentlichkeit wird der gezielt zerstörte Ruf eines prominenten Menschen verbleiben. So etwas ist nicht mehr aus den digitalen und sonstigen Kanälen zurück zu holen. Da hilft die verfassungsrechtlich garantierte Unschuldsvermutung auch nichts mehr. Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Medien sollen und müssen über bestehende Verdachtsmomente berichten, wenn sie gesellschaftlich von Bedeutung sind. Aber nur dann, wenn es wenigstens den Ansatz von belastbaren Beweismitteln gibt. Hier ist das aber offensichtlich nicht der Fall. Es geht um nicht beweisbare Geschichten, die sich vor über 20 Jahren in einem verschlossenen Zimmer zwischen zwei Personen zugetragen haben sollen. Von anderen Medien war man solches ja gewöhnt. Mediale Hinrichtung gefällig – darf es ein Stückchen mehr sein? Einen derartigen Umgang der Presse haben auch Prominente nicht verdient.

Was derzeit als angeblich aufklärerische Metoo-Kampagne läuft, ist nicht anderes als bewusste Verleumdung. Und dieses Schauspiel wird von vielen auch noch beklatscht.

Veröffentlicht von

Arno Glauch

Seit 1994 Rechtsanwalt in Bautzen, Fachanwalt für Strafrecht. Schreibt - über das gefühlte Unrecht, welches uns in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens über den Weg kommt. Weiß - dass Recht und Gesetz selten identisch sind. Beobachtet - das Zeitgeschehen und seine Mitmenschen. Wertet - stets subjektiv und einseitig Kämpft - für eine bessere Welt.