Panzertransport konnte seine Fahrt wieder fortsetzen

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In der Nacht zu Freitag haben die mit Panzern beladenen LKW aus Polen ihre Fahrt in Richtung Bayern wieder fortsetzen können. Nachdem eine Streife der Polizei den Konvoy am Dienstagmittag an der Rastanlage Oberlausitz-Nord bei Salzenforst gestoppt und eine Kontrolle einige ordnungswidrige Mängel ergeben hatte, untersagten die erfahrenen Schwerlastexperten dem Spediteur die Weiterfahrt. Nach knapp 60 Stunden konnte der polnische Spediteur erforderliche Begleitfahrzeuge heranführen und notwendige Transportgenehmigungen vorzeigen. So konnten die Panzerhaubitzen vom US-Militär auf andere LKW umgeladen werden.

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Doch während der Umladung versuchte das polnische Unternehmen die Polizei mit Trick 17 zu überlisten. Dem Spediteur standen am Rasthof Oberlausitz nur noch fünf zulässige LKW für den Panzertransport zur Verfügung. Er ließ einen der Sattelzüge mitsamt Panzer zum nächsten Rastplatz Rödertal bei Ohorn fahren. „Dort sattelte der Fernfahrer den Auflieger mitsamt der Panzerhaubitze ab und fuhr ohne diese zur Rastanlage Oberlausitz zurück. Hier meldete er sich bei den Polizisten als das sechste, noch fehlende Zugfahrzeug“, so ein Polizeisprecher am Freitag. Dieses Vorgehen sei aber nicht zulässig, denn bei genehmigungspflichtigen Großraum- und Schwerlasttransporten bilde die Ladung und das Fahrzeug samt seiner Zugmaschine gemeinsam eine zusammengehörige Einheit. Dieser Verbund dürfe auch mit Blick auf die bereits erteilte Transportgenehmigung nicht ohne weiteres verändert werden.

Eine Streife der Autobahnpolizei entdeckte den bei Ohorn zurückgelassenen Auflieger mit dem geladenen Panzer und informierte die Kollegen. Diese lasen dem polnische Unternehmer sprichwörtlich die Leviten, denn er hatte versucht, die ihm helfend zur Seite stehenden Beamten hinters Licht zu führen – und dabei erneut die Weiterfahrt des Transports aufs Spiel gesetzt. Ob das Handeln ebenfalls als Ordnungswidrigkeit zu werten ist, wird die Bußgeldstelle der Landesdirektion zu entscheiden haben. Im Laufe des Donnerstagabends konnte der Panzer dann mit einem sechsten Sattelschlepper abtransportiert werden.