So punkten Sie mit dem Büro-Knigge-ABC Teil 3

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

was haben Sie von meinen Büro-Knigge-Tipps in Ihrem Team in der letzten Woche bereits umgesetzt? Sind Sie schon gespannt, was noch alles zum Büro-Knigge-ABC gehört?

Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die wir im hektischen Alltag „vergessen“, aber gerade dieser kleine Feinschliff macht uns zu beliebten Kollegen und fördert natürlich auch intern die Karriere.

Heute folgt Teil 3:

S wie Sympathie

Sympathische Menschen sind einfach beliebt. Sympathie fängt im Kopf an und beginnt immer mit Emotionen und kleinen Gesten den Teammitgliedern gegenüber.

Sympathie entsteht durch gemeinsame Werte, durch Humor und dass wir auch zu unseren Schwächen stehen können und über uns selbst lachen. Niemand ist perfekt. Wer zu perfekt wirken will, spielt einfach eine Rolle und wirkt arrogant.

Sympathische Menschen sind absolute Charismatiker mit einem inneren Hochstatus und einem äußeren Tiefstatus. Sie haben immer eine WIN-WIN-Strategie im Kopf und lieben die Kommunikation auf Augenhöhe. Der gemeinsame soziale Status ist viel wichtiger als sich doch vermeintliche Statussymbole von den Kollegen abzuheben und damit sogar auszuschließen.

Frage: Was können Sie gemeinsam im Team für mehr Sympathie füreinander tun? Suchen Sie gemeinsame Werte, die sie alle prägen.

T wie Toleranz

Toleranz ist eines meiner Lieblingswörter vom Knigge-ABC. Toleranz bedeutet, andere Meinungen, Einstellungen und Auffassungen zu einem Thema anzunehmen, Menschen von anderer Herkunft, anderen gesellschaftlichen Status – solange diese sich an die gängigen Gepflogenheiten anpassen und einem anderen äußerlichen Erscheinungsbild zu akzeptieren.

Toleranz bedeutet für mich auch, das Verständnis für Büro-Hunde, wenn diese erlaubt sind sowie Toleranz gegenüber flexiblen Arbeitszeiten, denn nicht jeder Kollege ist eine Lärche und schon morgen immer top fit. Ich als Eule arbeite lieber ab 10:00 Uhr und bin dafür abends super kreativ.

Wer im Büro eine gute Frustationstoleranz hat, also Enttäuschungen souverän gegenüber steht und diese kompensieren kann, anstatt gleich komplett auszuflippen, als ein wahrer Teamplayer.

Frage: Wie tolerant sind Sie selbst?

U wie Unternehmenskultur

Die eigene Unternehmenskultur hat oft ungeschriebene Gesetze, die jedoch die Grundlage des „guten“ Benehmens im Unternehmens erwarten. Das Verhalten, welches Mitarbeiter und Führungskräfte an den Tag legen, spiegelt sozusagen die Werte und Normen des Unternehmens wieder.

Frage: Welcher Umgang herrscht bei Ihnen untereinander im Team und mit den Führungskräften? Ist das Verhältnis angenehm, freundlich und kollegial oder haben Sie eher das Gefühl, das der Umgangston genervt, distanziert und sehr formell ist?

Zu einer guten gemeinsamen Unternehmenskultur zählt eine gemeinsame Kundenorientierung, ein gemeinsames Erfolgsdenken, flache Hierarchien und ein kooperativer Führungsstil, die persönliche Identifikation eines jeden Mitarbeiters mit dem Unternehmen, die Anerkennung und Akzeptanz von Ethik und gesellschaftlichen Werten sowie ein gutes Betriebsklima und eine offene Kommunikationskultur.

Frage: Wie sieht Ihre Unternehmenskultur aus? Was können Sie ab sofort ändern?

V wie Vorstellen und Bekannt machen

Vorstellen und bekannt machen

Im Business gilt, dass der Rangniedere dem Ranghöheren vorgestellt wird. Das heißt der Kunde erfährt zuerst, wie der mitgebrachte Kollege beim Meeting heißt oder der Chef wie der neue Mitarbeiter oder Azubi heißt. Wenn Sie als Mitarbeiter mit Ihrem Chef und einem wichtigen Kunden zusammen sind, erfährt der Kunde zuerst, wie Ihr Chef heißt.

Mein Tipp Nr. 1: Wiederholen Sie die Namen immer doppelt, z.B. „Herr Meier, kennen Sie schon unsere neue Mitarbeiterin in der Buchhaltung, Frau Müller? Frau Müller, das ist Herr Meier, unser Firmeninhaber.“

Mein Tipp Nr. 2: Sprechen Sie in der Vorstellung Doppelnamen korrekt aus und denken Sie in der größeren Runde auch daran, die berufliche Funktion mit zu benennen.

Die gelungene Selbstvorstellung

Sich selbst vorzustellen, fällt vielen Menschen schwer, dabei haben Sie doch fast wöchentlich die Gelegenheit dazu, sei es auf Meetings, auf Weiterbildungen oder externen Netzwerkveranstaltungen.

Starten Sie immer in der Ich-Form: Ich bin XY und beschreiben Sie Ihre Expertise kurz mit einem spannenden Elevator-Pitch, um den anderen auf Sie neugierig zu machen. Das geht zum Beispiel so: „Guten Tag, ich bin Janine Katharina Pötsch und zeige meinen Kunden, wie Sie Ihre Kompetenz optisch sichtbar machen, Ihre Einzigartigkeit als Marke „ICH“ verpacken und mit guten Umgangsformen punkten.“

W wie Wertschätzung

Die gegenseitige Wertschätzung im Kollegenkreis in der Persönlichkeit und für die Arbeit des Kollegen ist so wichtig für ein gutes Betriebsklima. Wertschätzung ist auch ein kleines Lob für die gute Zusammenarbeit.

Wertschätzung bedeutet sich auf Augenhöhe zu begegnen sowie Kollegen immer mit einem Lächeln und einer positiven inneren Einstellung zu begegnen. Wertschätzung kann auch in Form einer kleinen Geste oder einer kleinen positiven Überraschung ausgedrückt werden.

„Wertschätzung lässt Verbundenheit und Vertrauen wachsen. Es ist der Treibstoff für die Straße des Lebens, den wir täglich brauchen.“ (Jeanette Holdinghausen)

Aufgabe: Führen Sie einmal in der Woche eine Wertschätzung- und Lobstunde im Team ein. Das lässt das gegenseitige Gefühl der Verbundenheit als Team enorm wachsen.

Z wie Zuverlässigkeit

Zuverlässigkeit ist leider nicht mehr selbstverständlich. Zuverlässigkeit im Kollegenkreis bedeutet, dass Sie sich 100% auf den anderen und seine Versprechen verlassen können. Zuverlässige Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass Sie loyal sind und zu Ihrem Wort stehen. Wer zuverlässig seine Termine einhält, zollt dem anderen Respekt und Wertschätzung.

Zuverlässigkeit schafft Vertrauen und Sicherheit. Wenn Sie bereits im Vorfeld wissen, dass Sie bestimmte Anfragen oder Verpflichtungen nicht nachkommen können, weil Sie gerade viel um die Ohren haben, sagen Sie es ehrlich. Nichts ist unangenehmer als der eigene Stress und ein schlechtes Arbeitsergebnis aufgrund von Überlastung. Ehrlichkeit ist hier das Zauberwort.

„Ein guter Mensch ist zuverlässiger wie eine steinerne Brücke.“ (Marc Aurel)

Mein Tipp: Haben Sie Ihren Kalender und Ihr persönliches Zeitmanagement gut im Griff, damit Sie nicht zu allem „ja“ sagen. Es ist auch in Ordnung, einen Gegenvorschlag zu machen, um für beide Seiten einen fairen Kompromiss zu schaffen.

Gerne können Sie mich als Management-Trainerin auch gerne für Ihr Team für ein maßgeschneidertes Büro-Knigge Seminar buchen.