Vergleichen und Motivation – ein Widerspruch?

98

Von Joe Orszulik – Experte für innere Stärke: Heute vormittag saß ich in meinem Lieblings-Café und wurde Zeuge folgender Unterhaltung (Anmerkung: die beiden jungen Damen unterhielten sich so lautstark, dass ich gar nicht weghören KONNTE:-)):

Anzeige

Junge Dame Nr.1: „Nun hat mein Chef mir vorgeschlagen, doch in diesem Jahr noch die Fortbildung XY zu machen. Ich glaube, ich will das nicht so richtig, ich habe keine große Lust dazu.“

Antwort junge Dame Nr.2: „Verstehe ich. Bringt die Fortbildung denn irgendwas? Wäre ja doch auch zusätzlicher Aufwand für Dich.“

Daraufhin Dame Nr.1: „Wenn ich mich so mit meinen Kolleginnen vergleiche: ich bin nicht schlechter als die. Ne Du, ich lass das mal, die anderen machen das auch nicht.“

Wow, was war das für ein Satz in meinen Ohren!? Da bekommt jemand die Chance, Neues zu lernen, sich zu entwickeln, und möchte sie nicht nutzen. Der Motivationskiller (ich unterstelle positiv, dass überhaupt so etwas wie eine Art Grundmotivation vorhanden ist)  in diesem Fall war das „sich vergleichen“ mit den anderen. Und das beobachte ich immer wieder. Vergleichen Sie sich mit Menschen, die eine Sache nicht so gut können wie Sie selbst, gibt es keinen Grund, in der Sache besser zu werden. Vergleichen Sie sich mit Menschen, die weltmeisterlich in einer Sache sind, erscheint es oftmals sinnlos, weiter dran zu bleiben. „So gut werde ich ohnehin ja nie“. Bsp: ich selber laufe gerne Marathon, manchmal darf es auch schon eine noch längere Strecke sein. Ich bin Freizeit-Sportler und habe Spaß daran. Wenn ich mich nun vergleichen würde mit dem Weltrekordhalter und das als mein Maß ansähe, würde ich bald die Motivation zum Training verlieren.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Es kann auch manchmal sinnvoll und motivierend sein, wenn Sie sich mit anderen vergleichen. Und Sie dürfen sehr achtsam dabei sein und genau beobachten, was dieses „Vergleichen“ mit Ihnen und Ihrer eigenen Motivation anstellt.

Die junge Dame aus dem Café wäre besser beraten, sie würde es machen wie ich:

„DER VERGLEICH LAUTET: WIE WAR ICH GESTERN, WIE BIN ICH HEUTE UND WIE WERDE ICH MORGEN SEIN?“

Ich möchte jeden Tag wieder ein wenig besser sein als den Tag zuvor. Das motiviert mich und zeigt mir wirklich auf, wie ich weiter komme. Dieser Vergleich ist wertvoll und begeistert mich.

Machen Sie es mir nach und seien Sie achtsam darauf, wie Sie sich motivieren oder auch nicht.

ICH GESTERN – ICH HEUTE – ICH MORGEN…

Viel Spaß und Erfolg dabei,

Ihr Joe Orszulik – Experte für innere Stärke

Im Ziel nach 100 Kilometern Ultra-Marathon