Von Frau zu Frau – die Zweite

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Pferderennen und Bundestagswahl…

Deutschland wählt in den nächsten Tagen einen neuen Bundestag. Wenn man offiziellen Umfragen glauben darf, dann wissen auch wenige Tage vor der Wahl fast vierzig Prozent der Wahlberechtigten noch nicht, wem sie am kommenden Sonntag ihre Stimme geben. Auch ich gestehe an dieser Stelle, dass ich mich schwer damit tue, einer der Partei mein Vertrauen zu schenken.

Ich habe mir die Mühe gemacht, mehrere der zahlreichen Debatten, Wahlwerbespots und Interviews zum heißen Thema Wahl anzuschauen. Und muss zugeben, dass ich so schlau wie vorher bin. Und mindestens so unsicher…

Bei jeder Wahl geben wir mit unserer Stimme die Verantwortung für unsere Zukunft in die Hände einer Partei. Und nach jeder Wahl müssen wir erkennen, dass das Versprechen, mit dem eine Partei unsere Stimme gewonnen hat, nun ja… eben nicht viel mehr als das Blaue vom Himmel war.

Die anstehende Wahl macht mich umso nachdenklicher, weil ich glaube, dass die Politik der letzten Jahre zu den zahlreichen bestehenden Baustellen noch etliche neue geschaffen hat.

Ich bin Single, und ich bin Mutter. Eingeweihte wissen, welchem Dilemma sich Frauen wie ich täglich gegenüber sehen. Inzwischen gibt es zwar viele Kitas, aber wie viele davon ermöglichen Müttern einen Arbeitsbeginn vor Sonnenaufgang? Welche betreuen die Kinder von Krankenschwestern abends? Und warum ist Politik nicht in der Lage, für ausreichend engagierte Lehrer zu sorgen, damit die Arbeitnehmer von morgen noch in der Lage sind, ihren Namen in Schreibschrift und das kleine 1×1 ohne google hinkriegen?

Wie viele Menschen in meinem Alter mag auch ich nicht an meine Rente denken, ohne dass mir schlecht wird. Jaja, Herr Riester beschloss einst… Die schlichte Wahrheit ist doch die, dass man sich auch einen Riestervertag erst mal leisten können muss.

Asylpolitik, ein Thema, welches allerorts Gemüter erhitzt. Mir ist durchaus bewusst, dass man schnell nach „rechts außen“ sortiert wird, wenn man kritische Gedanken äußert. Dies ist eine Entwicklung, die mich traurig macht. Ich wurde in eine Welt geboren, in der Meinungen nicht frei waren. Und bin stolz darauf, dass in diesem Deutschland Gedanken frei und Meinungsfreiheit verbrieftes Recht sind. Und so wage ich es, mir hin und wieder die Frage zu stellen, wieso sich unter ungezählten Flüchtlingen aus syrischen und anderen Kriegsgebieten so überdurchschnittlich viele junge Männer befinden? Was ist mit den Frauen und Kindern aus selbigen Krisengebieten?

Warum quält sich die Justiz in diesen Tagen durch einen Mordfall, in dem weder Herkunft noch Alter des Täters bekannt sind, weil er ohne Papiere in dieses Land kommen durfte?

Ich bin absolut nicht rechts, sondern heiße jeden Menschen aus einer anderen Kultur von Herzen in meiner Heimat willkommen, der zur Integration bereit ist. Dazu gehört meiner Meinung nach in allererster Linie das Erlernen der deutschen Sprache und die Achtung landesüblicher Sitten. Letzteres ist für mich in anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit.

Stattdessen stellt unser Land sich auf Sitten und Gebräuche unserer Migranten ein. Und gibt einen Teil eigener Kultur auf. Übertrieben? Fragen Sie mal Pippi Langstrumpf oder Jim Knopf. Oder meinetwegen den Sarottimohren. Aber lassen wir das…

Ich könnte an dieser Stelle unendlich Themen aufzählen, die nicht nur Frauen bewegen… Unsere Politiker haben ganz sicher für jedes einzelne davon wortgewandte Ideen, wie sie jedes Problem anzugehen gedenken.

Eine der Fragen, die mich bewegen, durfte ich neulich einem unserer Spitzenkandidaten zum Thema Bildungspolitik stellen:

Mein blonder Nachwuchs wartet seit vier Jahren auf einen Studienplatz der Humanmedizin. Es mangelt dem Kinde keineswegs an Intelligenz und noch weniger an Kompetenz. Es mangelt dem Staate an Hochschulplätzen und den Menschen in unserem Land an Ärzten. Der Spitzenkandidat widmete mir und des Kindes Sorgen seine volle Aufmerksamkeit und versicherte mir, dass auch dieses Problem kein unbekanntes sei. Und er drückte meinem Töchterlein seine Hochachtung aus. Sprachs und verschwand in der Menge. Und während ich noch über den Inhalt dieser Aussage nachdenke, arbeitet mein Kind hingebungsvoll in der Pflege.

Wen also wählen? Auch wenn es mit Sicherheit politisch nicht korrekt ist, könnte es durchaus eine Alternative sein, auf das Pferd zu setzen, dessen Foto mir am meisten zusagt. Denn eines ist sicher:

Im Wahlkampf ist es wie im echten Leben: Machen ist wie versprechen. Nur krasser.

Bleiben Sie dran,

Pauline

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